In Israel werden vier Frauen nach Angaben des Inlandsgeheimdienstes der Spionage für den Iran beschuldigt.
Palästinenser
Israel erteilt seit 2009 erstmals wieder Anmeldegenehmigungen. Davon profitieren im Westjordanland wohnhafte Palästinenser. Das Bild zeigt die Flagge von Israel. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Israelische Frauen werden verdächtigt, für den Iran spioniert zu haben.
  • Dies nach Angaben des israelischen Inlandsgeheimdienstes.

Vier israelische Frauen werden nach Angaben des israelischen Inlandsgeheimdienstes verdächtigt, für den Iran spioniert zu haben. Ein Mann namens Rambod Namdar habe über Facebook Kontakt zu den Frauen aufgenommen. Er habe sich als iranischer Jude ausgegeben, teilte Israels Geheimdienst Schin Bet am Mittwoch mit.

Der Kontakt dauere zum Teil schon seit einigen Jahren an. Sie schöpften Verdacht, dass es sich um einen iranischen Agenten handelte. Trotzdem hätten einige der Frauen gegen Bezahlung Aufgaben für ihn erfüllt.

Eine 40-Jährige aus Cholon bei Tel Aviv habe etwa gemeinsam mit ihrem Mann heimlich die US-Botschaft in Tel Aviv fotografiert. Ausserdem habe sie den iranischen Kontaktmann über Sicherheitsmassnahmen an einem Einkaufszentrum in Cholon informiert und dieses fotografiert. Sie habe in seinem Auftrag auch versucht, ihren Sohn dazu zu bringen, seinen Militärdienst in der Geheimdienstabteilung zu leisten. Der Iraner habe sogar direkt mit dem Sohn telefoniert, um dessen Kenntnisse der persischen Sprache zu überprüfen.

«Schwerwiegende Affäre»

Eine 57-Jährige aus Beit Schemesch habe für 5000 Dollar ebenfalls verschiedene Aufgaben für «Rambod Namdar» erfüllt. Auch sie habe unter anderem versucht, ihren Sohn zum Militärdienst in einer Geheimdiensteinheit zu überreden. Sie habe zudem vergeblich versucht, die US-Botschaft in Jerusalem zu fotografieren.

Es handele sich um eine «schwerwiegende Affäre», teilte Schin Bet mit. Der Versuch, ein Spionagenetz für den Iran aufzubauen, sei aber verhindert worden. Es gebe viele ähnliche Versuche Teherans, über soziale Medien israelische Bürger zu ködern.

Die inzwischen angeklagten Frauen hätten sich selbst und ihre Familien sowie den Staat Israel in Gefahr gebracht. Dies, indem sie Informationen über israelische und US-Ziele übermittelten, die zu Terrorzwecken dienen könnten. Teheran sieht Israel als Erzfeind. Die Zerstörung des jüdischen Staates und die «Befreiung Palästinas» gehören seit vier Jahrzehnten zur aussenpolitischen Doktrin der Islamischen Republik.

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