UN: Mehr Frauen als Familienoberhaupt im Gazastreifen
Im Gazastreifen wird nach UN-Angaben heute fast ein Viertel aller Haushalte von Frauen geführt und damit rund doppelt so viele wie vor dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg.

Diese Entwicklung habe mit den Folgen des Krieges zu tun, berichtet die UN-Organisation für Frauen und Gleichstellung der Geschlechter (UN Women). Darunter seien Witwen und Ehefrauen von Vermissten, Verhafteten, Verschwundenen oder Schwerverletzten.
Familien mit einer Frau als Familienoberhaupt hätten es in vieler Hinsicht schwerer als solche mit einem Mann, heisst es in dem Bericht. Dies liege unter anderem an mangelnder Gleichberechtigung, was den Zugang von Frauen zu Einkommen, Eigentum, Ausweisdokumenten, Dienstleistungen und Entscheidungsprozessen einschränken könne.
67 Prozent der von Frauen geführten Haushalte hätten keine passende Unterkunft, verglichen mit 55 Prozent der von Männern geführten Haushalte. Ihre Häuser und Wohnungen würden öfter beschädigt oder zerstört und sie seien öfter vertrieben worden als Familien mit männlichen Entscheidungsträgern. Fast 20 Prozent hätten Sorge um ihre eigene und die Sicherheit ihrer Familie, während dies in einer Familie mit Männern als Entscheidungsträger nur 12 Prozent seien.
Die UN-Organisation unterstützt lokale Organisationen, die Frauen und ihren Familien helfen.
Seit Oktober 2025 gilt eine Waffenruhe im Gaza-Krieg, dennoch gibt es immer wieder tödliche Konfrontationen und Angriffe. Nach Angaben der von der Terrororganisation Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden seitdem mehr als 73.400 Palästinenser getötet – die Zahl unterscheidet nicht zwischen Zivilisten und Kämpfern.










