Im militärischen Konflikt in der Tigray-Region in Äthiopien sind in den vergangenen Tagen Dutzende Zivilsten gestorben.
internationales komitee vom roten kreuz
Flüchtlinge aus der äthiopischen Konfliktregion Tigray. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In der Tigray-Region sind in den letzten Tagen zahlreiche Zivilisten getötet worden.
  • Es sind die höchsten Opferzahlen seit Oktober.
  • Der militärische Konflikt in der Region dauert nun bereits seit gut einem Jahr.

In Äthiopien sind im bewaffneten Konflikt in der Tigray-Region in den vergangenen sieben Tagen Dutzende Zivilisten getötet worden - es sind die höchsten Opferzahlen seit Oktober.

Die Zahlen stammten aus Krankenhäusern und anderen offiziellen Quellen, müssten jedoch noch unabhängig überprüft werden, sagten die Vereinten Nationen am Donnerstag. Aufgrund anhaltender Zusammenstösse und Unsicherheit bleibe die humanitäre Versorgung in Tigray seit vier Wochen weitgehend ausgesetzt. In der benachbarten Amhara Region waren nach UN-Angaben in den vergangenen sieben Tagen mehr als 47'000 Menschen auf Notunterkünfte und Hilfsgüter angewiesen.

WHO-Chef beurteilt Lage in Tigray als «Hölle»

Das norwegische Nobelkomitee hatte den äthiopischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträger Abiy Ahmed am Donnerstag in die Pflicht genommen, dem Konflikt ein Ende zu setzen.

Abiy habe eine besondere Verantwortung dafür, Frieden zu schaffen, hiess es. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, der selbst aus Tigray stammt, hatte am Vortag die Lage in Tigray als «Hölle» beschrieben. US-Präsident Joe Biden forderte diese Woche in einem Gespräch mit Abiy ungehinderten Zugang für humanitäre Helfer.

Der militärische Konflikt in dem ostafrikanischen Land mit rund 115 Millionen Einwohnern hatte vor gut einem Jahr begonnen als Abiy anfing, die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die in Tigray an der Macht war, zu verdrängen. Die TPLF dominierte Äthiopien gut 25 Jahre lang, bis Abiy 2018 an die Macht kam. Viele Menschen in Tigray fühlen sich von der Zentralregierung nicht vertreten und fordern mehr Autonomie. Beiden Konfliktparteien werden Gräueltaten vorgeworfen.

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