In Myanmar sind am Samstag über 100 Menschen bei Demonstrationen getötet worden. Das Militär wird von der UN aufs Schärfste kritisiert.
Militärputsch in Myanmar burma
In Myanmar (ehemals Burma) hat das Militär die Macht übernommen. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Samstag sind in Myanmar bei Protesten über 100 Menschen gestorben.
  • Militär und Polizei gehen mit aller Härte gegen die Demonstrationen vor.
  • Die UN bezichtigen das Militär im Land des «Massenmordes».

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Menschenrechte in Myanmar, Tom Andrews, hat dem Militär «Massenmord» an seiner eigenen Bevölkerung vorgeworfen. Andrews reagierte auf Berichte, wonach am Samstag mehr als 100 Menschen bei landesweiten Demonstrationen gegen das Militär getötet worden waren.

Dabei sollen Sicherheitskräfte mit scharfer Munition und gezielten Kopfschüssen gegen unbewaffnete Zivilisten, auch Kinder und medizinisches Personal, vorgegangen sein. Der US-Aussenminister Antony Blinken sprach auf Twitter von einer «Schreckensherrschaft» des Militärs.

Mindestens 107 Menschen gestorben

Auch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, verurteilte die Vorgänge aufs Schärfste. Ebenso tat es die UN-Beraterin für die Verhinderung von Völkermord, Alice Wairimu Nderitu.

Für die systematischen Attacken gegen friedliche Demonstranten müssten Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen werden, verlangten sie am Sonntag. «Samstag war der blutigste Tag seit die Demonstrationen gegen den Coup begonnen haben», teilten sie mit. Unter den mindestens 107 Toten seien nach glaubhaften Berichten sieben Minderjährige.

Aung San Suu Kyi
Aung San Suu Kyi wurde vom Militär entmachtet. (Archivbild) - Keystone

Hunderte seien verletzt und festgenommen worden. «Die internationale Gemeinschaft hat die Pflicht, die Bevölkerung von Myanmar vor solchen grausamen Verbrechen zu schützen.». Wenn ein Staat versage, müsse die internationale Gemeinschaft einschreiten.

Nach Angaben des Nachrichtenportals «Myanmar Now» sind am Samstag 114 Menschen in 44 Städten getötet worden. In den sozialen Medien werden Bilder geteilt, wonach die Sicherheitskräfte weiterhin brutal gegen den Widerstand in der Bevölkerung vorgehen sollen. Nach Medienberichten sollen Polizisten und Soldaten bei einer Beerdigung eines getöteten Studenten auf die anwesenden Trauergäste geschossen haben.

Regierungschefin immer noch unter Arrest

In der Handelsmetropole Yangon soll das Militär auf Wohngebäude geschossen haben. «Die Menschen haben jetzt Angst rauszugehen und manche sind verletzt,» sagte eine 24-jährige Anwohnerin der Deutschen Presse-Agentur.

Das Militär hatte Anfang Februar gegen die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige sitzt seither im Hausarrest und wird von der Justiz verschiedener Vergehen beschuldigt. Die Demonstranten fordern eine Wiedereinsetzung von Suu Kyis ziviler Regierung.

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