Im zentralafrikanischen Tschad soll eine Miliz eine Stadt im Nordosten des Landes erobert haben.
N'Djamena
Menschen protestieren in N'Djamena, Tschad, am 27. April 2021. Tausende von Menschen protestierten und zwei Menschen wurden am Dienstag im Tschad bei Demonstrationen gegen die Herrschaft eines Übergangs-Militärrates unter der Leitung des Sohnes des verstorbenen Präsidenten Idriss Deby Itno, der letzte Woche getötet wurde, getötet. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Rebellenbewegung hat die Stadt Nokou in Tschad unter Kontrolle.
  • Die Rebellen kamen aus Libyen in den Tschad und kämpften mit der dortigen Armee.
  • Tschads Langzeitherrscher Idriss Déby Itno ist bei den Zusammenstössen gestorben.

Die Rebellenbewegung «Front für Wandel und Eintracht im Tschad» (FACT) gab auf Facebook bekannt: Die Stadt Nokou, rund 390 Kilometer nördlich der Hauptstadt N'Djamena, sei seit Donnerstag unter der Kontrolle der Miliz. Bei den Kämpfen sei ein Helikopter der tschadischen Luftwaffe zerstört worden, hiess es weiter.

Rebellen lieferten sich Gefechte mit der Armee

Die Rebellen waren jüngst aus Libyen in den Tschad eingedrungen und hatten sich Gefechte mit der dortigen Armee geliefert. Dabei war Tschads Langzeitherrscher Idriss Déby Itno vor etwa einer Woche bei schweren Zusammenstössen mit FACT an der Front gestorben.

Wenige Stunden später wurde sein Sohn Mahamat als Präsident des Militärrats eingesetzt. Für die ehemalige Kolonialmacht Frankreich und für Europa ist Tschad ein militärisch wichtiger Partner. Vor allem in der von zahlreichen bewaffneten Gruppen bedrohten Sahel-Region. Tschad hat viel Erdöl, ist aber von Armut gebeutelt.

Mehr zum Thema:

Helikopter Luftwaffe Facebook Armut Schweizer Armee