Im Westen Äthiopiens haben Bewaffnete nach Angaben von Menschenrechtlern und Behörden über 200 Angehörige verschiedener Bevölkerungsgruppen getötet. Auch viele Angreifer sollen getötet worden sein.
Das Archivfoto zeigt einen äthiopischen Soldaten. Foto: Britta Pedersen/dpa/ZB
Das Archivfoto zeigt einen äthiopischen Soldaten. Foto: Britta Pedersen/dpa/ZB - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bewaffnete griffen am Mittwoch Amnesty zufolge Angehörige der Bevölkerungsgruppen der Amhara, Oromo und Shinasha an - zum wiederholten Male in den vergangenen Monaten.

Dies teilte der Bezirk Bulen in der Region Benishangul-Gumuz mit und stützte sich nach eigenen Angaben auf Informationen eines Stützpunkts der äthiopischen Streitkräfte.

Dies teilte der Bezirk Bulen in der Region Benishangul-Gumuz mit und stützte sich nach eigenen Angaben auf Informationen der äthiopischen Streitkräfte. Die Äthiopische Menschenrechtskommission und Amnesty International hatten zuvor von mehr als 100 Todesopfern gesprochen.

Die Äthiopische Menschenrechtskommission und Amnesty International hatten zuvor von mehr als 100 Todesopfern gesprochen. Bewaffnete Menschen hatten Amnesty zufolge am Mittwoch Angehörige der Bevölkerungsgruppen der Amhara, Oromo und Shinasha in der Region angegriffen. Demnach ist es in den vergangenen Monaten immer wieder zu derartigen Angriffen gegen diese Bevölkerungsgruppen in der Region gekommen. Nach dem Angriff wurden rund 42 bewaffnete Männer, die mutmasslich hinter dem Angriff steckten, von den Streitkräften getötet, wie die Regierung der Region Benishangul-Gumuz mitteilte.

Bewaffnete griffen am Mittwoch Amnesty zufolge Angehörige der Bevölkerungsgruppen der Amhara, Oromo und Shinasha an - zum wiederholten Male in den vergangenen Monaten. Nach dem Angriff wurden mindestens 42 bewaffnete Männer, die mutmasslich an der Bluttat beteiligt waren, von den Streitkräften getötet, wie die Regierung der Region Benishangul-Gumuz mitteilte.

Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gibt es etliche Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen. Sie haben unter dem seit 2018 regierenden Ministerpräsidenten Abiy Ahmed zugenommen. Derzeit herrscht in der nördlichen Region Tigray ein Konflikt zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die dort an der Macht war, und der Zentralregierung in Addis Abeba.

Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell mahnte, dass Berichte über ethnische Gewalt in Benishangul-Gumuz und andere Vorwürfe von Verstössen gegen Menschenrechte und humanitäres Völkerrecht unabhängig untersucht werden müssten.

Die EU verfolge die Krise in Äthiopien genau und sei sehr besorgt über die humanitäre Lage, sagte Borrell. Zudem seien Berichte über kontinuierliche Beteiligung nicht-äthiopischer Akteure besorgniserregend. «Es ist extrem wichtig, dass die Feindseligkeiten komplett beendet werden», hiess es. Der Konflikt und seine regionalen Auswirkungen seien zunehmend besorgniserregend für die internationale Gemeinschaft.

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