Protest

    Tausende Demonstranten in Pakistan stürmen Regierungsviertel

    Keystone-SDA
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    Pakistan,

    Die rund 7000 Demonstranten folgten dem Aufruf der Regierungsparteien, gegen die Freilassung des Ex-Premierministers Imran Khan auf die Strasse zu gehen.

    Anhänger der Pakistanischen Demokratischen Bewegung, eines Bündnisses der Regierungsparteien, während einer Kundgebung in Islamabad. Foto: Anjum Naveed/AP/dpa
    Anhänger der Pakistanischen Demokratischen Bewegung, eines Bündnisses der Regierungsparteien, während einer Kundgebung in Islamabad. Foto: Anjum Naveed/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Anjum Naveed

    Das Wichtigste in Kürze

    • Etwa 7000 Menschen demonstrierten gegen die Freilassung des Ex-Premiers Imran Khan.
    • Die Polizei war mit 2500 Sicherheitskräften im Einsatz.

    In Pakistan haben am Montag Tausende Regierungsanhänger das abgesperrte Regierungsviertel in Islamabad gestürmt. Das teilte ein Sprecher der Polizei in der Hauptstadt der Deutschen Presse-Agentur mit. Die rund 7000 Demonstranten folgten dem Aufruf der Regierungsparteien, gegen die Freilassung des ehemaligen Premierministers Imran Khan auf die Strasse zu gehen.

    Das Regierungsviertel, in dem sich auch das Gebäude des Obersten Gericht befindet, war zuvor abgeriegelt worden. Die Demonstranten hätten die Barrikaden überwunden, die Situation sei mittlerweile jedoch «ruhig» und «unter Kontrolle», sagte der Polizeisprecher. 2500 Sicherheitskräfte seien im Einsatz.

    Pakistans Regierungsbündnis hatte Ende vergangener Woche seine Anhänger zu Massenprotesten aufgerufen, nachdem der populäre Oppositionsführer Khan am Freitag auf Anordnung des Obersten Gerichts freigelassen wurde. Der Aufruf zum Protest kann als versuchte Demonstration der Stärke seitens des Regierungsbündnisses unter Premier Shehbaz Sharif gegenüber Khans Anhängerschaft verstanden werden. Seit Monaten schwelt ein Konflikt zwischen den beiden Lagern. Angesichts der Wirtschaftskrise ist das südasiatische Land gespalten.

    Ex-Premier Khan verhaftet

    Ex-Premier Khan war am Dienstag vergangene Woche unter grossem Aufsehen verhaftet worden. Es folgten gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern und Sicherheitskräften in mehreren Städten. Eine erneute Verhaftung Khans nach seiner Freilassung ist nicht ausgeschlossen. Dann könnte wieder Chaos ausbrechen. Einige Politiker, die den Rückhalt des Militärs geniessen, fordern ein härteres Durchgreifen der Justiz gegen Khan.

    Im April 2022 war Khan durch ein Misstrauensvotum als Premierminister nach fast vier Jahren im Amt abgesetzt worden. Seitdem brachte die Justiz immer neue Vorwürfe gegen ihn vor. Er muss sich in rund 100 Fällen vor Gericht verantworten. Bei den Vorwürfen geht es um Korruption, Geldwäsche und Beleidigung einer Richterin. Beobachter sehen das Vorgehen gegen Khan als politisch motiviert an. Khan hofft auf ein politisches Comeback.

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