Expertenrat hat offenbar Chamenei-Nachfolger gewählt
Israel konnte den iranischen Führer Ajatollah Ali Chamenei ausschalten. Auch zahlreiche weitere Mitglieder der Führungsriege wurden getötet.

Das Wichtigste in Kürze
- Vor einer Woche griffen Israel und die USA den Iran an und starteten so den Krieg.
- Beide Seiten zeigen sich weiterhin unnachgiebig.
- Alle Neuigkeiten gibt es hier im Ticker von Nau.ch.
Seit einer Woche tobt der Iran-Krieg. Israel und die USA haben zuerst den Iran angegriffen. Das Land reagiert mit Gegenschlägen, auch auf andere Golfstaaten. Dadurch strandeten tausende europäische Auswanderer und Touristen.
Israel konnte den iranischen Führer Ajatollah Ali Chamenei ausschalten. Auch zahlreiche weitere Mitglieder der Führungsriege wurden getötet.
Alle Neuigkeiten liest du hier im Ticker:
Expertenrat hat offenbar Chamenei-Nachfolger gewählt
10.51: Gemäss der iranischen Verfassung bestimmt der Expertenrat, ein Gremium aus 88 Geistlichen, das neue Staatsoberhaupt. Einem iranischen Bericht zufolge wurde über die Nachfolge des getöteten Religionsführers bereits Konsens erzielt.

«In den ersten Stunden nach dem Märtyrertod des Führers trat der Expertenrat zusammen, und die Mehrheit einigte sich auf einen einzigen Kandidaten, der dem Präsidium der Versammlung mitgeteilt wurde», sagte ein Mitglied des Expertenrats nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Mehr.
Israel hatte bereits gewarnt, dass der noch zu bestimmende Nachfolger Chameneis auch getötet werden würde. Nach unbestätigten Berichten gelten Modschtaba Chamenei, der Sohn des verstorbenen obersten Führers, sowie Hassan Chomeini, der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini, als die beiden wichtigsten Kandidaten.
Swiss plant vorerst keinen weiteren Sonderflug in den Nahen Osten
10.13: Die Fluggesellschaft Swiss plant vorerst keinen weiteren Sonderflug, um gestrandete Schweizer aus dem Nahen Osten zurück in die Heimat zu bringen. Die Lage sei weiterhin sehr volatil.

Sollte sich die Lage ändern und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) erneut Bedarf anmelden, werde man prüfen, einen weiteren Sonderflug durchzuführen. Das erklärte ein Swiss-Sprecher am Sonntag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Swiss beobachte die Lage im Nahen Osten laufend. «Wir evaluieren fortlaufend, wann und unter welchen Bedingungen wir welchen Flugbetrieb wieder aufnehmen oder zusätzliche Verbindungen anbieten können», so der Sprecher weiter. Grundlage für jeden Entscheid sei die Sicherheit von Passagieren und Crews.
Bahrain: Wasser-Entsalzungsanlage bei Angriff beschädigt
09.29: Iran hat bei seinen Angriffen in den Golfstaaten nun auch eine wichtige Anlage für die Aufbereitung von Trinkwasser getroffen. Bei einem Drohenangriff sei eine Anlage zur Wasser-Entsalzung beschädigt worden, teilte Bahrains Innenministerium heute mit. Es handle sich um «iranische Aggression, die sich willkürlich gegen zivile Ziele» richte.
Ähnlich wie weitere der Golfstaaten ist das kleine Land Bahrain für seine Wasserversorgung stark auf die Entsalzung von Meerwasser angewiesen. Die Arabische Halbinsel ist eine sehr trockene Region mit nur wenigen natürlichen Süsswasser-Ressourcen. Die rund 400 Anlagen in den Golfstaaten, die vor allem mit Öl und Gas betrieben werden, produzieren etwa 40 Prozent des weltweit entsalzten Wassers.
«Schwarzer Regen» über Teheran
08.50: Laut «CNN»-Reporter Frederik Pleitgen fällt aktuell «schwarzer Regen» über Teheran.
It is raining oil in Tehran this morning after major airstrikes on oil facilities in the South and West of the Iranian capital. @CNN @cnni pic.twitter.com/2FBD9EnO9p
— Frederik Pleitgen (@fpleitgenCNN) March 8, 2026
«Man sieht, dass der Regen, das Regenwasser tatsächlich schwarz ist – und offenbar auch mit Öl gesättigt», so Pleitgen. Israel hatte zuvor die Ölinfrastruktur des Landes angegriffen.
Israel beginnt neue Angriffswelle im Iran
06.47: Israels Luftwaffe fliegt erneut Angriffe im Iran. Man habe eine neue Angriffswelle gegen militärische Infrastruktur im ganzen Land gestartet, teilte die Armee am Morgen auf Telegram mit.
In der Nacht hatten Israels Kampfflugzeuge erstmals ein Öllager in der Hauptstadt Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten.
Video zeigt riesige Flammen in der Nähe eines Öllagers in Teheran
06.15: In der Nähe eines Treibstofflagers in Teheran wurde am Samstagabend (Ortszeit) ein riesiges Feuer gesichtet, das gewaltige Rauchwolken in den Nachthimmel aufsteigen liess.
Der US-Sender «CNN» hat die dramatischen Aufnahmen einem Gebiet bei den Shahran-Öllageranlage im Nordweseten der iranischen Hauptsadt zuordnen können.
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Das israelische Militär gab bekannt, am Samstagabend Treibstofflager in Teheran angegriffen zu haben. Dieselbe Öllageranlage war bereits im Juni 2025 während des «Zwölf-Tage-Krieges» von Israel angegriffen worden.
Chinas Aussenminister kritisiert Krieg im Iran
05.38: Chinas Aussenminister Wang Yi hat den US-israelischen Angriff auf den Iran kritisiert. Macht gebe einem kein Recht, und die Welt dürfe nicht zum «Gesetz des Dschungels» zurückkehren, sagte Chinas Chefdiplomat in Peking am Rande des dort tagenden Nationalen Volkskongresses.

China fordere eine Feuerpause und ein Ende des Krieges. «Dies ist ein Krieg, der nie hätte passieren dürfen, und der für keine der beteiligten Seiten Vorteile hat», sagte Wang.
Kuwait von Drohnen und Raketen angegriffen
04.49: Kuwait ist in der Nacht auch mit ballistischen Raketen angegriffen worden. Die Luftabwehr habe drei in den Luftraum eingedrungene Geschosse abgefangen und zerstört, teilte die Armee des am Persischen Golf gelegenen Landes auf der Plattform X mit.
Kurz zuvor waren nach Angaben des Verteidigungsministeriums bereits Treibstofftanks des internationalen Flughafens von Kuwait Ziel von Drohnenangriffen geworden. Nähere Angaben gab es zunächst nicht. Die Armee erklärte, zivile Einrichtungen seien durch Trümmerteile infolge des Einsatzes der Luftabwehr beschädigt worden. Kuwait sei von einer «Welle feindlicher Drohnen» sowie von Raketen angegriffen worden, hiess es.
Israels Armee: Al-Kuds-Kommandeure in Beirut angegriffen
03.21: Israels Armee hat nach eigenen Angaben in der libanesischen Hauptstadt Beirut einen «präzisen Angriff» auf Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durchgeführt. Die Kommandeure des sogenannten Libanon-Korps hätten Terroranschläge auf Israel vorbereitet, teilte die Armee in der Nacht mit.
Nach libanesischen Angaben hatte Israels Militär gezielt ein Zimmer eines Luxushotels in Beirut angegriffen. Nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und acht weitere Personen verletzt. Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger.
Tote bei israelischem Angriff auf ein Hotelzimmer in Beirut
02.24: Die israelische Armee hat nach libanesischen Angaben gezielt ein Zimmer eines Luxushotels in der Hauptstadt Beirut angegriffen. Nach vorläufigen Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dabei mindestens vier Menschen getötet und acht weitere Personen verletzt.
Sicherheitskreisen zufolge war eines der Todesopfer ein iranischer Staatsbürger. Die Hintergründe des nächtlichen Angriffs waren zunächst unklar. Von den israelischen Streitkräften gab es zunächst keine Mitteilung zu dem Vorfall.
Erneut Angriffe in Saudi-Arabien und Kuwait
01.32: Saudi-Arabien und Kuwait sind erneut Ziel von Angriffen geworden. Das saudische Verteidigungsministerium teilte in der Nacht auf der Plattform X mit, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien.
In Kuwait wurden Treibstofftanks des internationalen Flughafens des Landes Ziel von Drohnenangriffen, wie das Verteidigungsministerium auf X bekanntgab. Die Streitkräfte seien zur Abwehr der «Welle feindlicher Drohnen» im Einsatz gewesen. Nähere Angaben machten die beiden Golfstaaten nicht.
Trump sieht Schuld für Bombardierung von Mädchenschule beim Iran
01.11: Trump hat Teheran beschuldigt, für die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran am ersten Kriegstag verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA für den verheerenden Angriff verantwortlich seien, sagte Trump an Bord des Regierungsfliegers Air Force One vor Journalisten: «Nein, meiner Meinung nach, basierend auf dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan».
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der mit ihm reiste, bestätigte das nicht direkt. Die USA untersuchten den Vorfall, sagte er. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes wurden nach iranischen Angaben am vergangenen Samstag unter anderem etwa 170 Schülerinnen getötet.
Trump will Kurden nicht in Iran-Krieg einbinden
00.02: Trump hat die Einbindung von Kurden in den Iran-Krieg ausgeschlossen. Kurdische Kämpfer in der Region seien bereit dazu, aber er habe ihnen gesagt, dass er das nicht wolle, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten.
Die USA hätten eine gute Beziehung zu den Kurden, «aber wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist», sagte Trump.

Viele iranische Kurden leben wegen der systematischen Verfolgung in ihrer Heimat im benachbarten Irak. Einige sehen jetzt die Chance, Irans Regierung zu stürzen und in einer möglichen neuen Regierung auch dort mehr Schutz und Freiheiten zu erlangen.
Israels Armee setzt Angriffe im Libanon fort
23.43: Die israelische Armee setzt ihre Angriffe auf die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon auch in dieser Nacht fort. In den als Dahija bezeichneten südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut werde Infrastruktur der Miliz bombardiert, schrieb die Armee auf Telegram. Kurz zuvor hatte sie nach eigenen Angaben in Reaktion auf einen Raketenbeschuss aus dem Libanon eine Abschussanlage der Schiiten-Miliz attackiert und zerstört.
Trump an Starmer: Brauchen eure Flugzeugträger nicht mehr
23.01: Trump hat die aus seiner Sicht zu späte Bereitschaft zur Unterstützung durch den Verbündeten Grossbritannien im Iran-Krieg kritisiert. Das Vereinigte Königreich, «unser einst grossartiger Verbündeter», erwäge nun ernsthaft, zwei Flugzeugträger in den Nahen Osten zu verlegen, behauptete Trump auf seiner Plattform Truth Social.
«Das ist OK, Premierminister (Keir) Starmer, wir brauchen sie nicht mehr – aber wir werden uns daran erinnern.» Man brauche keine Leute, die sich erst dann an Kriegen beteiligten, wenn sie bereits gewonnen seien, kritisierte Trump.
Israels Militär: Auch iranische Ölreserven angegriffen
22.30: Das israelische Militär hat nach Angaben eines Militärsprechers erstmals die nationalen Ölreserven des Irans in Teheran angegriffen. Ein Militärsprecher sagte, dies sei ein Teil der Massnahmen gegen Einrichtungen der iranischen Führung. Es seien etwa 30 Öltanks angegriffen worden.
In einer späteren Militärmitteilung war von «mehreren Treibstofflagern» die Rede. Die iranischen Streitkräfte nutzten diese Tanks für ihre militärische Infrastruktur, hiess es. Über sie werde Treibstoff an verschiedene Abnehmer verteilt, darunter auch militärische Einrichtungen im Iran.

Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigten die Revolutionsgarden (IRGC) die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden der Hauptstadt Teheran. Als Reaktion sei die Ölanlage im israelischen Haifa mit Raketen beschossen worden, so die IRGC in einer Mitteilung.
In sozialen Medien wurden Videos und Bilder aus Teheran geteilt, auf denen massive Flammen zu sehen waren. Am Abend hatte das israelische Militär eine weitere Angriffswelle gegen den Iran angekündigt.
















