Südkoreas Präsident verkauft sein Eigenheim

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    Etliche Regierungen haben sich in Südkorea bereits daran probiert, den Wohnraum leistbar zu halten und gegen Immobilienspekulanten vorzugehen – bislang weitgehend vergeblich.

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    Südkoreas Präsident Lee Jae Myung. - keystone

    Die Quadratmeterpreise in Seoul zählen längst zu den höchsten weltweit, allein während der vergangenen fünf Jahre hat sich der Wert von Apartments in der südkoreanischen Hauptstadt im Schnitt nahezu verdoppelt.

    Nun geht Südkoreas Präsident Lee Jae Myung laut eigener Darstellung mit gutem Beispiel voran und hat sein einziges Eigenheim verkauft. Fünf Monate, nachdem die Immobilie zum Verkauf angeboten worden war, ist die Wohnung in Seongnam – einem gehobenen Vorort südlich von Seoul – für 2,9 Milliarden Won (etwa 1,58 Millionen Franken) verkauft worden. Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete über den Immobilienverkauf erstmals am Montag.

    Es handelt sich um eine 164 Quadratmeter grosse Wohnung, die Lee und seine Ehefrau 1998 erworben hatten. Der Preis liege dabei unter dem aktuellen Marktwert, betonte das Präsidentenamt.

    Lee habe die Massnahme ergriffen, um die Umsetzung seiner «Normalisierungspolitik für den Immobilienmarkt zu demonstrieren», hiess es weiter aus seinem Büro. Seine Politik zielt darauf ab, Wohnungen als Spekulationsobjekte unattraktiver zu machen.

    So müssen Besitzer von mehreren Immobilien seit diesem Frühjahr wieder deutlich höhere Steuern zahlen, sobald sie ihre Objekte verkaufen. Auch die Vergabe von Immobilienkrediten wurde verschärft – insbesondere in den besonders gefragten Regionen rund um Seoul.

    Der 62-Jährige hat seit seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer bezahlbaren Wohnraum zu einem Kernversprechen seiner Politik gemacht. Regelmässig prangert er das Immobilienproblem Südkoreas öffentlich an und macht es für die wachsende Ungleichheit im Land verantwortlich. Bereits als Oppositionspolitiker hatte Lee die Immobilienspekulation als «Krebsgeschwür Südkoreas» bezeichnet.

    Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass vor allem strukturelle Faktoren die Immobilienpreise antreiben. Ein zentrales Problem ist die starke wirtschaftliche Konzentration auf den Grossraum Seoul. Rund die Hälfte der gut 51 Millionen Südkoreaner lebt in der Metropolregion, während weite Teile des Landes unter Bevölkerungsrückgang und zunehmendem Immobilienleerstand leiden.

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    Kommentare

    User #1710 (nicht angemeldet)

    Sehe den Sinn der Übung nicht. Und jetzt? Lebt er auf der Strasse? In einer überteuerten Mietwohnung, oder hat er sich was Neues überteuert gekauft?

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