Sturzflut in Nepal: Mehr als 17.000 Kinder brauchen Hilfe
Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya vor drei Wochen brauchen Tausende Kinder in Nepal laut Unicef professionelle Hilfe bei der Verarbeitung der Katastrophe.

«Rund 17.000 Kinder benötigen dringend psychologische und psychosoziale Unterstützung», teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen mit. «Neben den sichtbaren Zerstörungen haben die Überschwemmungen tiefe seelische Spuren bei Kindern und Familien hinterlassen», wurde die zuständige Landesleiterin Alice Akunga zitiert.
Allein in Nepal wurden nach aktuellen Angaben der dortigen Polizei bisher fast 1.400 Todesopfer infolge der Katastrophe vom 26. August geborgen. 4.089 Personen werden demnach noch vermisst. Im ebenfalls betroffenen Tibet gab es mehr als 40 Tote, Hunderte von Personen werden noch vermisst.
Ausgang der Sturzflut war eine Fels- und Eislawine in den Gletschergebieten des Himalaya. Häuser, Strassen, Brücken und Wasserkraftanlagen im Grenzgebiet wurden durch die Bewegung von Wasser-, Geröll- und Schlammmassen beschädigt oder zerstört. Ganze Dörfer verschwanden.
Viele Kinder mussten laut Unicef miterleben, wie Angehörige ums Leben kamen und ihre Häuser und Schulen zerstört wurden. «Hinzu kommt die Ungewissheit über vermisste Familienmitglieder.» 541 unbegleitete oder von ihren Familien getrennte Kinder seien besonders gefährdet und auf Schutzangebote angewiesen.
Das Hilfswerk arbeitet in Nepal mit Behörden und Partnerorganisationen zusammen, um betroffene Kinder zu unterstützen. Dazu zählen neben der Suche nach Angehörigen auch psychosoziale Angebote. Während bei einer psychologischen Betreuung der Fokus auf die innere Psyche und das Seelenleben gelegt wird, bezieht die psychosoziale Betreuung zusätzlich das soziale Umfeld und praktische Alltagsfragen ein.










