Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sieht auch in der Arktis eine neue Sicherheitslage wegen des Ukraine-Kriegs. Man müsse die Verteidigung überdenken.
Nato
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg spricht bei einer Videokonferenz am 17. Juni. Foto: Francois Lenoir/Reuters Pool/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Jens Stoltenberg gibt es auch in der Arktis eine veränderte Sicherheitslage.
  • Der Krieg stelle «eine neue Normalität für die europäische Sicherheit» dar.
  • Man müsse Verteidigung und Abschreckung grundlegend überdenken.

Das militärische Vorgehen Russlands wirkt sich nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg auch auf die Arktis aus.

«Russlands Krieg in der Ukraine ist ein Wendepunkt. Er stellt eine neue Normalität für die europäische Sicherheit und auch für die arktische Sicherheit dar», sagte Stoltenberg am Freitag bei einem Besuch der grossen Militärübung «Cold Response» im nordnorwegischen Bardufoss.

Stoltenberg: Verteidigung muss überdacht werden

Selbst wenn der Ukraine-Krieg morgen zu Ende sein würde, hätte das Geschehene bleibende Folgen, so Stoltenberg. Man habe gesehen, dass Russland bereit sei, grundlegende Sicherheitsprinzipien anzufechten und dafür militärische Mittel einzusetzen. Deshalb müsse man Verteidigung und Abschreckung grundlegend überdenken.

Der Norweger wies bei dem Besuch in seinem Heimatland auch auf die strategische Bedeutung der Region rund um den Nordpol für die Sicherheit und auch für die Kommunikation zwischen Nordamerika und Europa hin.

Arktis
Eisberge brechen von einem Gletscher in einen Fjord in Grönland. - dpa

Man habe dort in den vergangenen Jahren eine deutliche Zunahme der russischen militärischen Aktivitäten verzeichnet, sagte Stoltenberg. Russland teste viele seiner marinen Waffensysteme in der Region, die zugleich die Heimat der strategischen U-Boot-Flotte des Landes sei. Ausserdem sehe man zunehmende chinesische Interessen in der Arktis.

«Aus all diesen Gründen ist der hohe Norden ein Gebiet von entscheidender Bedeutung für alle Verbündeten», sagte Stoltenberg. Eine starke und vorhersehbare Nato-Präsenz sei der beste Weg, um Stabilität zu gewährleisten. Ein Sicherheitsvakuum im hohen Norden könne man sich nicht leisten, da dies Russlands Ambitionen anheizen könne. Die Nato-Präsenz solle dabei keinen Konflikt provozieren, sondern Konflikte verhindern und Frieden sichern.

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