Stammesführer aus Jemen verpflichten sich zum Schutz von Zivilisten
Rund 100 Stammesführer aus dem Jemen haben am Donnerstag bei der UNO in Genf einen Ehrenkodex zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten verabschiedet. Sie verpflichten sich unter anderem, den Zugang für humanitäre Hilfe zu gewährleisten. Die Schweiz unterstützt die Initiative.

Der Ehrenkodex ist das Ergebnis zweijähriger Beratungen zwischen Stammesführern aus verschiedenen Regionen des südarabischen Landes. Rund 5000 Würdenträger hätten ihre Unterstützung bereits zugesagt, teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Donnerstag mit.
Der Kodex stützt sich auf gemeinsame Traditionen und Werte der jemenitischen Stämme. Er legt Verhaltensregeln zum Schutz der Zivilbevölkerung und zur Erleichterung humanitärer Hilfe fest. Lokale Kontroll- und Vermittlungsmechanismen sollen die Umsetzung sicherstellen.
An der Vorstellung im Genfer UNO-Palast nahm auch EDA-Staatssekretär Alexandre Fasel teil. Er würdigte das Engagement der Stammesführer und rief die internationale Gemeinschaft auf, die Umsetzung des Kodex zu unterstützen.
Die Initiative stammt aus dem Jemen und wurde vom Genfer Zentrum für die Gouvernanz des Sicherheitssektors (DCAF) organisiert. Die Schweiz unterstützt dessen Aktivitäten im Jemen seit 2022 im Rahmen ihrer Friedensförderung.
Nach vier Jahren relativer Ruhe ist der Jemen im Zuge des Nahostkonflikts erneut in kriegerische Auseinandersetzungen geraten. Im September verschärften sich die Kämpfe durch eine Offensive der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Westen des Landes.
Die Generaldirektorin der UNO in Genf, Tatiana Valovaya, betonte, lokal verankerte Initiativen könnten politische Friedensbemühungen nicht ersetzen. Sie könnten jedoch Vertrauen schaffen und damit einen wichtigen Beitrag zu einem dauerhaften Frieden leisten.










