Wohnungsknappheit bremst die Haushaltsbildung

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Weil bezahlbarer Wohnraum fehlt, haben in der Schweiz Zehntausende Menschen die Gründung eines eigenen Haushalts aufgeschoben. Dabei könnten 20'000 bis 30'000 Haushalte mehr bestehen, wenn genügend Wohnungen verfügbar wären.

    Wo wo Wohnige? Der Slogan entstand bereits Ende der 1980er-Jahre. (Archivbild)
    Wo wo Wohnige? Der Slogan entstand bereits Ende der 1980er-Jahre. (Archivbild) - KEYSTONE/WALTER BIERI

    Dabei handelt es sich um eine vorsichtige Schätzung, betonte der Immobilienberater Wüest Partner in seiner am Donnerstag publizierten Studie. Bei einem weniger angespannten Wohnungsmarkt könnten sogar 40'000 bis 50'000 zusätzliche Haushalte entstehen.

    Besonders betroffen sind junge Erwachsene. Sie bleiben länger bei den Eltern wohnen oder teilen sich eine Wohnung mit anderen Personen. Auch getrennte Paare können sich teilweise keine zweite Wohnung leisten.

    Junge Menschen verlassen die Zentren

    Die Wohnungsknappheit führt zudem zu einer Verlagerung der Nachfrage in günstigere Regionen. So verliert der Kanton Zürich mittlerweile jährlich netto rund 3500 Einwohner an andere Kantone, insbesondere an den Aargau, den Thurgau und an Schaffhausen. Vor der Pandemie hatte Zürich noch jährlich rund 1850 Personen aus anderen Kantonen hinzugewonnen.

    Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung auch hier bei jungen Erwachsenen. Der jährliche Nettozuzug der 15- bis 34-Jährigen aus anderen Kantonen nach Zürich hat sich gegenüber der Zeit vor der Pandemie auf rund 2750 Personen halbiert. Gleichzeitig sinkt seit 2022 der Anteil der allein lebenden jungen Erwachsenen, insbesondere in Zürich, Schwyz und Zug.

    Mehr Neubauten bringen kaum Entlastung

    Eine Entspannung ist trotz der anziehenden Bautätigkeit vorerst nicht in Sicht. Wüest Partner rechnet für 2026 mit einem Nettozugang von rund 45'000 Wohnungen, 2027 sollen es etwa 50'000 sein. Damit entstehen zwar mehr Wohnungen als die zuletzt jährlich rund 40'000 neu gegründeten Haushalte. Allerdings dürfte das zusätzliche Angebot auch bislang aufgeschobene Haushaltsgründungen ermöglichen und damit neue Nachfrage auslösen.

    Entsprechend bleibt der Druck auf die Mieten hoch. Im dritten Quartal 2026 lagen die Angebotsmieten schweizweit um 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dies, obwohl die Zahl der ausgeschriebenen Mietwohnungen den höchsten Stand seit Anfang 2024 erreichte.

    Eine Ausnahme bildet die Stadt Zürich, wo die Angebotsmieten um 1,7 Prozent zurückgingen. Laut Wüest Partner könnte dies darauf hindeuten, dass eine für viele Haushalte kaum mehr tragbare Preisgrenze erreicht wurde.

    Für 2027 rechnen die Immobilienexperten schweizweit mit einem weiteren Anstieg der Angebotsmieten um 0,9 Prozent. Die Mieten bestehender Mietverhältnisse dürften dagegen stabil bleiben.

    Auch beim Wohneigentum setzt sich die Verteuerung fort. Im dritten Quartal kosteten Eigentumswohnungen 5,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Einfamilienhäuser verteuerten sich um 3,2 Prozent. Für 2027 erwartet Wüest Partner weitere Preissteigerungen von 3,5 beziehungsweise 3,1 Prozent.

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    Kommentare

    User #3892 (nicht angemeldet)

    Deshalb will die SP jährlich 80'000 neue Mieter

    User #5595 (nicht angemeldet)

    Getrennte paare können sich keine 2 wohnungen leisten... Aber paare die zusammen sind und das können, dürfen natürlich. Als Eigentümer sowieso und als mieter egal

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