Eigentlich wollte die Polizei eigenen Angaben zufolge bloss eine Bande verhaften. Der Einsatz im Armenviertel von Rio de Janeiro endet mit mindestens 18 Toten.
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Jenifer Salles wird während der Trauerfeier für ihre Mutter Leticia Marinho Salles, die bei einer Polizeirazzia in der Favela Complexo do Alemao in Rio de Janeiro getötet wurde, von einem Verwandten auf dem Friedhof Caju in Rio de Janeiro, Brasilien, getröstet. (AP Photo/Bruna Prado) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • In einem Armenviertel in Rio de Janeiro wollte die Polizei eine Bande verhaften.
  • Diese hat das Feuer eröffnet, 18 Menschen sind gestorben, 16 davon Kriminelle.
  • 400 Polizisten, vier Helikopter und zehn gepanzerte Fahrzeuge standen im Einsatz.

In Rio de Janeiro wurden bei einem Polizei-Einsatz in den Favelas mindestens 18 Personen getötet. Der Zwischenfall ereignete sich am Donnerstag. Unter den Opfern sollen mindestens 16 mutmassliche Kriminelle sein.

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Die brasilianischen Sicherheitskräfte sind für ihr hartes Vorgehen bekannt. (Archivbild) - Keystone

Ein Polizist wurde ebenfalls getötet, wie das brasilianische Nachrichtenportal «G1» berichtete. Zudem geht das Portal von einer getöteten Bewohnerin des «Complexo do Alemão» im Norden Rios aus.

Polizei-Einsatz hatte Verbrecher-Bande zum Ziel

Ziel der Aktion war demnach eine Bande, die Fahrzeug- und Frachtdiebstähle begangen sowie Banken überfallen haben soll. Der Einsatz fand in einem aus mehreren Favelas bestehenden Komplex mit rund 70'000 Bewohnern statt.

Es wäre ihm «lieber gewesen, sie hätten nicht reagiert, aber leider haben sie es bevorzugt, die Polizei anzugreifen». Dies sagte Polizeisprecher Ronaldo Oliveira bei einer Pressekonferenz. Der Einsatz hatte am frühen Morgen begonnen, an die 400 Polizisten waren beteiligt.

Blutige Einsätze der Polizei in Rio de Janeiro

Im Mai waren bei einem Polizei-Einsatz im Armenviertel Vila Cruzeiro in Rio de Janeiro 24 Menschen ums Leben gekommen. Vor mehr als einem Jahr hatten Polizisten beim blutigsten Einsatz in Rios Geschichte sogar mindestens 28 mutmassliche Banden-Mitglieder getötet.

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24 Personen kommen beim Einsatz der Polizei im Armenviertel Vila Cruzeiro in Rio de Janeiro ums Leben. - Keystone

Mächtige Banden ringen in den Armenvierteln um Kontrolle bei Drogenhandel und Schutzgeldgeschäften. Die Gewalt schwappt immer wieder auch auf andere Teile Rios über und trifft Unbeteiligte. In keinem anderen Land der Welt kommen so viele Menschen bei Polizeieinsätzen ums Leben wie in Brasilien.

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