Preisverleihung ohne Nobelpreisträgerin? Drohung gegen Machado

Keystone-SDA
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Venezuela,

Die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado, Preisträgerin des Friedensnobelpreises, könnte bei der Zeremonie in Oslo fehlen.

María Corina Machado
Rund um Machados Teilnahme an den Osloer Feierlichkeiten gibt es wegen ihrer Situation im Konflikt mit Maduro seit Wochen Unsicherheiten. - keystone

Wird es eine Preisverleihung ohne Preisträgerin? Eine Woche vor der Übergabe des Friedensnobelpreises ist unklar, ob die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado für die feierliche Zeremonie nach Oslo reisen kann.

Sie tue alles, was sie könne, um für die grösste Ehrung ihres Lebens nach Norwegen zu kommen, sagte die Widersacherin des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro in einem Interview des norwegischen Rundfunksenders NRK.

Jedoch drohen ihr bei der Wiedereinreise nach Venezuela schwerwiegende Folgen. Machado hat den diesjährigen Friedensnobelpreis im Oktober für ihren Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes zugesprochen bekommen. Traditionell wird der prestigeträchtige Preis am 10. Dezember im Rathaus von Oslo überreicht.

Rund um Machados Teilnahme an den Osloer Feierlichkeiten gibt es wegen ihrer Situation im Konflikt mit Maduro jedoch seit Wochen Unsicherheiten.

Machados prekäre Lage

Machado lebt in Venezuela an einem geheimen Ort. Das norwegische Nobelkomitee plant zwar nach wie vor mit ihr. Zuletzt hatte jedoch die venezolanische Staatsanwaltschaft gedroht, die 58-Jährige aufgrund verschiedener Ermittlungen gegen sie als flüchtig zu betrachten, sollte sie das Land verlassen.

Ihr könnte damit möglicherweise die Festnahme, ein Einreiseverbot oder Schlimmeres drohen, wenn sie aus Oslo nach Venezuela zurückkehren würde. «Mir sind alle erdenklichen Verbrechen vorgeworfen worden, bis hin zu Terrorismus», sagte Machado nun in dem Video-Interview.

«Das Regime ist sehr deutlich geworden. Maduro hat gesagt, dass sie mich töten werden, wenn sie mich erwischen.» Machado gilt als einende Kraft der Opposition in Venezuela und entschiedene Widersacherin des seit 2013 autoritär regierenden Maduro.

Dass US-Präsident Donald Trump mit einer verstärkten US-Militärpräsenz in der Karibik und auch in seinen Aussagen seit Wochen den Druck auf Maduro erhöht, heisst Machado willkommen. Es sei an der Zeit, dass Maduro verstehe, dass er abtreten müsse, sagte sie.

Kommentare

User #5838 (nicht angemeldet)

Auch mit einer Scheindemokratie würde es in Venezuela nur für die Reichen besser. Es würden einfach andere ihre Taschen füllen und die Wirtschaftmächte wären die neuen Diktatoren wie im ganzen Westen.

User #3020 (nicht angemeldet)

«für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie» ....... hat aber nichts erreicht, ist alles nur noch schlimmer geworden.

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