Philippinische Ärzte verlangen Wiedereinführung von Corona-Ausgangssperre

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    Philippinen,

    Angesichts eines dramatischen Wiederanstiegs bei den Corona-Infektionsfällen in den Philippinen haben dutzende Ärzteverbände die Regierung aufgefordert, Lockerungen von der Ausgangssperre wieder zurückzunehmen.

    Im März galt eine strenge Ausgangssperre
    Im März galt eine strenge Ausgangssperre - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Offener Brief an Duterte: «Unser Gesundheitssystem ist überfordert».

    «Wir sind dabei, den Kampf gegen Covid-19 zu verlieren und müssen einen starken und entschlossenen Handlungsplan entwickeln», hiess es in einem am Samstag veröffentlichten Brief von 80 Mediziner-Verbänden an Staatschef Rodrigo Duterte. Die Gesundheitsbehörden meldeten derweil mit fast 5000 Neuinfektionen einen neuen Ansteckungsrekord.

    «Die Mitarbeiter im Gesundheitswesen stehen vereint zusammen, um ein SOS-Signal an die Nation zu senden: Unser Gesundheitssystem ist überfordert», heisst es in dem Brief. Die 80 Ärzteverbände, die insgesamt zehntausende Mediziner vertreten, forderten die Wiedereinführung von Ausgangssperren in der Hauptstadt Manila und umliegenden Provinzen bis zum 15. August. Dies würde dem Land Zeit geben, «unsere Pandemie-Kontrollstrategie zu verfeinern».

    Die Unterzeichner-Organisationen attestierten den Behörden ein «furchtbares Versagen» bei der Nachverfolgung der Kontaktpersonen von mit dem Coronavirus Infizierten. Auch sei die Situation im öffentlichen Verkehr und an vielen Arbeitsstätten unsicher. Die Entwicklungen könnten Manila zum «nächsten New York City machen, wo Covid-19-Patienten zu Hause oder auf Krankentragen sterben», sagte Lei Alfonso von der philippinischen Gesellschaft der Kassenärzte bei einer Pressekonferenz.

    Als Reaktion auf den offenen Brief betonte Dutertes Sprecher Harry Roque: «Ihre Stimmen werden gehört. Wir können es uns nicht erlauben, unsere modernen Helden im Stich zu lassen.»

    Nach Angaben des philippinischen Gesundheitsministeriums starben seit Beginn der Pandemie 34 Mitarbeiter des Gesundheitswesens an den Folgen einer Corona-Infektion. Bis Samstag meldete der Inselstaat insgesamt mehr als 2000 Corona-bedingte Todesfälle und rund 98.000 Infektionen.

    Im März hatte Duterte wegen der Pandemie eine der weltweit strengsten Ausgangssperren verhängt. Mit Blick auf die wirtschaftlichen Folgen des Lockdowns wurden viele Restriktionen inzwischen jedoch gelockert. Für den drastischen Anstieg bei den Infektionsfällen machte die Regierung die Nichteinhaltung von Hygieneregeln verantwortlich.

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