Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seinem Kabinett angesichts zunehmender wirtschaftlicher Probleme des Landes offen Inkompetenz vorgeworfen.
Kim Jong Un
Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Mittelpunkt von Kims Bericht während der bis Donnerstag dauernden Sitzung standen die diesjährigen Ziele zur Umsetzung eines neuen Fünf-Jahres-Entwicklungsplans.

Das Kabinett habe es nicht geschafft, «eine führende Rolle zu spielen, um die Pläne für die wichtigsten wirtschaftlichen Bereiche auszuarbeiten», sagte Kim in seinem Bericht bei einer viertägigen Plenarsitzung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei. Die Staatsmedien berichteten darüber am Freitag.

Der Plan war erst im Januar von einem Parteikongress beschlossen worden. Kim hatte damals eingeräumt, dass die Ziele der alten Fünf-Jahres-Strategie nicht erfüllt worden seien.

Kim warf nun den Berichten zufolge dem Kabinett vor, lediglich Zahlen der Ministerien zusammengestellt zu haben. Während es die Ziele für die Agrarproduktion in diesem Jahr unrealistisch hoch angesetzt habe, seien die Quoten für die Stromproduktion zu niedrig. Kim unterstellte dem Kabinett, es wolle damit Kritik am Ende des Jahres vermeiden, sollten die Ziele nicht erfüllt werden.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen, die die wirtschaftliche Entwicklung des streng abgeschotteten Landes seit Jahren hemmen. Im vergangenen Jahr setzten die Folgen von Naturkatastrophen sowie der Coronavirus-Pandemie dem Land zusätzlich stark zu. Der Handel mit China, der als Lebensader des Landes gilt, brach um mehr als 80 Prozent ein. Das bilaterale Handelsvolumen habe 2020 bei 539,1 Millionen Dollar (444,5 Millionen Euro) gelegen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Freitag unter Berufung auf chinesische Zolldaten.

Mehr zum Thema:

Kim Jong Un Coronavirus Handel Dollar