Kospi verliert 10,8 Prozent – Chipwerte brechen ein
Der Kospi bricht um 10,8 Prozent ein. Sorgen über Chinas Chipindustrie und den KI-Boom setzen Halbleiteraktien in Asien unter Druck.

Der südkoreanische Leitindex Kospi hat einen der schwersten Kurseinbrüche der vergangenen Monate erlebt. Der Index verlor am Dienstag 10,8 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit drei Monaten, berichtet die «Tagesschau».
Auslöser war ein breiter Ausverkauf bei Halbleiteraktien in Asien. Besonders die Schwergewichte Samsung Electronics und SK Hynix gerieten unter starken Verkaufsdruck und belasteten den gesamten südkoreanischen Aktienmarkt.
Der Kospi gilt wegen seines hohen Anteils an Technologiewerten als wichtiger Gradmesser für die KI-Rally in Asien. Samsung Electronics und SK Hynix zählen zu den grössten Herstellern von DRAM-Speichern für Computer, Smartphones und KI-Server.
Chinesische Konkurrenz belastet die Chipbranche
Nach Angaben der «Tagesschau» verstärkte der Börsengang des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT die Nervosität an den Märkten. Anleger befürchten, dass chinesische Unternehmen den globalen Speichermarkt künftig mit günstigeren Produkten unter Druck setzen könnten.
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch Berichte über Fortschritte chinesischer Unternehmen bei eigenen DUV-Lithografieanlagen. Diese Technologie wird für zahlreiche Halbleiter eingesetzt und gilt als wichtiger Bestandteil der Chipproduktion.
Der von der «Tagesschau» zitierte Analyst Han Ji-young erklärte, chinesische Speicherchip-Hersteller könnten ihren Kapazitätsausbau beschleunigen. Dadurch könnte sich der Wettbewerb auf dem weltweiten Markt für Speicherchips weiter verschärfen.
Kospi: Handelsunterbrechungen an der Börse
Wie die «TradingKey» berichtet, setzte sich der Verkaufsdruck am Mittwoch an den südkoreanischen Märkten fort. Die starken Kursverluste führten dazu, dass die Korea Exchange erstmals an zwei aufeinanderfolgenden Handelstagen automatische Handelsunterbrechungen auslöste.
Laut «Investing.com» fiel der Kospi zeitweise um mehr als zwölf Prozent. Nach einem Minus von acht Prozent löste der Circuit Breaker eine 20-minütige Handelspause aus.
Besonders stark betroffen waren erneut die grossen Chipkonzerne. SK Hynix verlor zeitweise bis zu 20 Prozent, obwohl das Unternehmen zuvor Rekordergebnisse für das Quartal vorgelegt hatte.
KI-Sorgen erfassen internationale Märkte
Die Turbulenzen blieben nicht auf Südkorea beschränkt. Auch japanische und taiwanische Halbleiterwerte gerieten unter Druck, während der japanische Nikkei-Index deutlich nachgab.
Auch die US-Chipbranche verlor zuletzt an Schwung. Der «Tagesschau» zufolge notiert der Philadelphia Semiconductor Index inzwischen deutlich unter seinem Rekordhoch, während Nvidia ebenfalls Kursverluste verzeichnete.

Anleger richten ihren Blick nun auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve sowie auf die Quartalszahlen grosser US-Technologiekonzerne. Investoren erwarten davon neue Hinweise zur Entwicklung der KI-Investitionen und zur Stimmung im Technologiesektor, wie «Investing.com» schreibt.












