Nordkorea hat den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In wegen seiner Kritik am jüngsten Raketentest als einen «von den USA aufgezogenen Papagei» bezeichnet.
Kim Jong Un Schwester
Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, und dessen Schwester Kim Yo Jong nehmen am 27. April 2018 am ersten Gipfeltreffen mit Südkoreas Präsident Moon teil. - dpa

Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong, warf Moon in einer von den Staatsmedien am Dienstag veröffentlichten Erklärung vor, unverschämt zu sein. Das «unlogische und dreiste Verhalten Südkoreas» gleiche der Position der USA.

Zuvor schon hatte Nordkorea dem US-Präsidenten Joe Biden wegen seiner Verurteilung des Raketentests Provokation vorgeworfen. Seit dem Test wachsen Sorgen in der Region, dass sich die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel wieder erhöhen.

Nordkorea hatte nach Angaben Südkoreas und Japans am vergangenen Donnerstag an seiner Ostküste zwei ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert. Nordkorea sprach einen Tag später von der gelungenen Erprobung eines neuen Typs taktischer Lenkraketen, die der Selbstverteidigung dienten.

Biden hatte den Test als Verstoss gegen UN-Resolutionen verurteilt, die Nordkorea die Erprobung ballistischer Raketen jeglicher Reichweite verbieten. Solche Raketen können je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen. Moon hatte in Anspielung auf den Test davor gewarnt, dass Aktionen, die der Wiederaufnahme des Dialog zwischen Pjöngjang und Washington im Weg stünden, «nicht wünschenwert» seien.

Die Verhandlungen Washingtons mit Pjöngjang über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm liegen derzeit auf Eis. Auf Versuche zur Kontaktaufnahme durch die neue US-Regierung hatte Nordkorea nach Angaben Washingtons nicht reagiert.

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