Nordkorea meldet Test von Hyperschall-Rakete

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    Südkorea,

    Nordkorea hat laut Staatsmedienberichten erfolgreich eine Hyperschall-Rakete getestet.

    An dem Raketentest nahm laut KCNA ein Top-Funktionär teil
    An dem Raketentest nahm laut KCNA ein Top-Funktionär teil - KCNA VIA KNS/AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Am Dienstag testete Nordkorea eine neue Hyperschall-Rakete.
    • Der Test war laut Angaben der Staatsmedien erfolgreich.
    • Der Test habe die «navigatorische Kontrolle und die Stabilität der Rakete bestätigt».

    Der Test der Hwasong-8-Rakete sei am Dienstag erfolgt und von «grosser strategischer Bedeutung», meldete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Nordkorea wolle seine Verteidigungskapazitäten um ein «Tausendfaches» erweitern. Demnach wurde die Rakete aus der Provinz Jagang abgefeuert.

    Der Test habe die «navigatorische Kontrolle und die Stabilität der Rakete bestätigt», erklärte KCNA. «Die Testergebnisse haben bewiesen, dass alle technischen Spezifikationen den Planungsanforderungen gerecht werden.»

    Norkorea Kim Jong Un
    Kim Jong Un, der Anführer des sozialistischen Nordkorea, geht auf einem roten Teppich an Soldaten der Nordkoreanischen Armee vorbei. - Keystone

    Verfolgt wurde der Raketentest laut KCNA von dem Top-Funktionär Pak Jong Chon. Den Machthaber in Pjöngjang, Kim Jong Un, erwähnte die Nachrichtenagentur in dem Bericht nicht. Die Staatszeitung «Rodong Sinmun» veröffentlichte ein Foto, das die Rakete beim Start zeigen soll.

    Südkorea: «Andere Flugeigenschaften» als frühere Raketen

    Das südkoreanische Militär hatte den nordkoreanischen Raketentest am Dienstag bekannt gegeben, jedoch keine Daten zur maximalen Flughöhe und der Flugstrecke öffentlich gemacht. Südkoreanische Medien berichteten jedoch unter Berufung auf nicht genannte Quellen, dass das Geschoss «andere Flugeigenschaften» aufgewiesen habe als in der Vergangenheit von Nordkorea abgefeuerte Raketen. Südkoreas Präsident Moon Jae-in forderte eine «umfassende Analyse» des Vorgangs.

    Hyperschall-Raketen erreichen weitaus höhere Geschwindigkeiten als herkömmliche Raketen. Sie sind zudem flexibler, was ihre Zerstörung durch Raketenabwehrsysteme stark erschwert. Laut KCNA gehörte die Entwicklung einer Hyperschall-Rakete zu den fünf «Top-Prioritäten» des Fünf-Jahres-Plans der Führung in Pjöngjang im Rüstungsbereich.

    Nordkorea
    Eine Nachrichtensendung vom 13. September 2021 zeigt einen Marschflugkörper-Test Nordkoreas. - dpa-infocom GmbH

    Sowohl Nord- als auch Südkorea vergrössern aktuell ihre Waffenarsenale. Beobachter befürchten ein Rüstungswettrennen in Ostasien, das auch Auswirkungen auf China und Japan haben könnte. Diesen Monat testete Nordkorea, das wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen steht, nach eigenen Angaben bereits einen Marschflugkörper mit grosser Reichweite.

    Gespräche zwischen Nord- und Südamerika sind zum Erliegen gekommen

    Auch in Südkorea fliessen Milliarden in die Waffenentwicklung. Kürzlich testete Seoul erstmals eine U-Boot gestützte ballistische Rakete. Am Dienstag fand eine feierliche Zeremonie zur Inbetriebnahme eines U-Boots statt, das ballistische Raketen mitführen kann.

    Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea waren weitgehend zum Erliegen gekommen, seit ein Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Hanoi scheiterte. Washington und Seoul sind enge Verbündete. In Südkorea sind derzeit rund 28.500 US-Soldaten stationiert. Der Raketentest vom Dienstag war von den USA und anderen westlichen Regierungen, darunter der Bundesregierung, scharf verurteilt worden.

    Donald Trump reicht Kim Jong Un die Hand.
    Donald Trump reicht Kim Jong Un die Hand. - Keystone

    Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat wiederholt ihre Bereitschaft bekräftigt, sich ohne Vorbedingungen jederzeit und überall mit nordkoreanischen Vertretern zu treffen, um das Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu erreichen. Nordkorea hingegen hat bislang keine Bereitschaft gezeigt, sein nukleares Waffenarsenal aufzugeben, das es nach eigenen Angaben zur Verteidigung gegen eine mögliche US-Invasion benötigt.

    Nach Einschätzung des Professors Lim Eul-chul vom Institut für Fernoststudien der Kyungnam-Universität versucht Pjöngjang, seine Waffenentwicklung als «Mittel einzusetzen, um sich Raum für diplomatisches Manövrieren» zu verschaffen. Zudem wolle Nordkorea seine «militärische Stellung verbessern». Laut Lim ist mit weiteren nordkoreanischen Tests in der Zukunft zu rechnen. «In gewisser Weise war das Verhalten Nordkoreas in jüngster Zeit sehr vorhersehbar. Sie haben militärische Aktionen angekündigt und führen sie nun Schritt für Schritt aus.»

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