Nipah-Virus zwingt Dutzende in Indien in Quarantäne
In Indien wurden fünf Fälle des tödlichen Nipah-Virus bestätigt. Behörden haben Hunderte Kontakte unter Quarantäne gestellt und testen intensiv weiter.

Im indischen Bundesstaat Westbengalen wurden kürzlich fünf Fälle des hochgefährlichen Nipah-Virus bestätigt, wie «Outbreak News Today» berichtet. Ein mutmasslicher Indexpatient verstarb bereits vor der Diagnosestellung, und zwei Pflegekräfte erkrankten kurz darauf schwer.
Der Ausbruch ereignete sich in Barasat nahe der Stadt Kolkata, wo der männliche Pfleger sich nun bessert. Die weibliche Pflegekraft liegt jedoch weiterhin kritisch in der Intensivstation.
Behörden haben fast 100 enge Kontakte der Erkrankten streng isoliert und unter ständige Beobachtung gestellt.
Hunderte Personen werden überwacht
Zusätzlich wurden rund 180 Personen auf das Virus getestet. Wobei 20 von ihnen 21 Tage in Quarantäne verbleiben müssen, wie der «Focus» berichtet.
Alle derzeit in Quarantäne befindlichen Personen zeigen keine Symptome und testeten negativ bislang. Sie erhalten vor Ablauf der Frist jedoch erneut Tests, wie ein Behördensprecher gegenüber «The Independent» erläuterte.
Etwa 100 bis 200 weitere Personen werden derzeit intensiv auf mögliche Expositionen untersucht und überwacht. Experten prüfen sorgfältig alle potenziellen Infektionswege, heisst es weiter.
Gefahren des Nipah-Virus in Indien
Das Nipah-Virus löst schwere Enzephalitis oder Atemwegserkrankungen aus, mit einer alarmierenden Sterblichkeitsrate von 40 bis 75 Prozent. Dies unterstreicht Dr. Narendra Kumar Arora, der vor der Endemizität in Indien warnt, wie «NDTV» berichtet.
Es springt primär von Fledermäusen auf Menschen über, häufig durch kontaminierte Früchte, Palmwein oder Schweineprodukte. Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist dokumentiert und erhöht das Risiko in engen Gemeinschaften, betont die «South China Morning Post».

Eine Impfung fehlt vollständig, monoklonale Antikörper stehen nur begrenzt zur Verfügung für Notfälle. Arora, der auch Vorsitzender der indischen Covid-19-Arbeitsgruppe ist, fordert präventive Massnahmen wie Hygiene und Vermeidung verdächtiger Nahrungsmittel dringend.
Aktuelle Reaktionen
Die Erkrankten werden in spezialisierten Kliniken in Kolkata hochmodern versorgt und isoliert. Indien stockt Vorräte an experimentellen Antikörpern auf und erwartet bald zusätzliche Lieferungen, wie «Gulf News» schreibt.
Das Robert-Koch-Institut in Deutschland hat laut dem «Focus» bei einem früheren Ausbruch in Indien Reisende gewarnt. Vor allem durch Flughunde verunreinigte Früchte und Palmwein strikt zu meiden.
Experten bewerten das Pandemie-Potenzial derzeit als gering, trotz der hohen Letalität des Erregers. China verfolgt die Lage wachsam vor dem bevorstehenden Mondneujahr, wenn Millionen Menschen reisen werden, so die «South China Morning Post».












