Deutsche Familie in Nepal gerettet: «Wir wären gestorben»

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Nepal,

    Mit viel Glück hat eine vierköpfige deutsche Familie die Flucht vor den Wassermassen in Nepal überlebt. Manuel Münch (37), seine nepalesische Frau (35) und die beiden Kinder im Alter von zehn und sieben Jahren wurden nach der verheerenden Flut von der Armee per Hubschrauber in Sicherheit gebracht.

    Ein Hubschrauber führt inmitten der Verwüstungen, die Sturzfluten im nepalesischen Distrikt Nuwakot hinterlassen haben, einen Rettungseinsatz durch. Foto: Rajesh Kumar Singh/AP/dpa/Ar...
    Ein Hubschrauber führt inmitten der Verwüstungen, die Sturzfluten im nepalesischen Distrikt Nuwakot hinterlassen haben, einen Rettungseinsatz durch. Foto: Rajesh Kumar Singh/AP/dpa/Ar... - Keystone/AP/Rajesh Kumar Singh

    Tagelang lang hat die Familie bei Verwandten nahe Trishuli Bazar ausgeharrt, nachdem die Fluten Strassen und Brücken zerstört und den Weg aus dem Gebiet abgeschnitten hatten.

    «Lautes Donnern und Grollen»

    Was die Familie rettete, war eine Planänderung. Münch und seine Familie hatten eine kurze Trekking-Tour in der Langtang-Region unternommen, mussten diese aber abbrechen, weil frühere Erdrutsche die Wege verschüttet hatten. Sie kehrten vorzeitig zurück und besuchten Verwandte nahe Trishuli Bazar.

    Einen Tag später kam die Flut. «Wir haben die Flutwelle gesehen und sind dann mit allem, was wir hatten, den Hügel hinaufgerannt», erzählte Münch der Deutschen Presse-Agentur. Rund 800 Meter sei die Familie gelaufen, um sich in Sicherheit zu bringen. Von dem Haus der Verwandten nahe am Fluss habe man das herannahende Unheil schon von Weitem gehört. «Ein lautes Donnern, ein Grollen», sagte Münch. Dann habe die Familie gesehen, wie die Flutwelle kam und Staub aufgewirbelt wurde.

    «Wir wären gestorben»

    «Wenn wir unsere Trekking-Tour normal durchgeführt hätten, hätten wir an dem Tag in Syabrubesi übernachtet und wären gestorben», sagte Münch. Die Familie nahm nach der Katastrophe Kontakt zur deutschen Botschaft auf und teilte mit, dass alle in Sicherheit seien. Zugleich bat sie um Hilfe bei der Evakuierung.

    Denn auf dem Landweg gab es kein Weiterkommen: Auf einer Strecke von rund 40 Kilometern seien mehr als 20 Brücken zerstört worden, sagte der Familienvater. Strassen und Verbindungen auf beiden Seiten des Flusses waren unterbrochen. Jetzt wurden die vier per Hubschrauber in ein Armeecamp in Battar Bazar gebracht. Nun wollen sie nur eins: so schnell wie möglich Deutschland zurück.

    Rettungshubschrauber im Dauereinsatz

    Im Armeecamp herrscht derweil reger Betrieb. Ununterbrochen starten und landen Rettungshubschrauber, um Menschen aus den schwer getroffenen Gebieten zu holen. Den Helikoptern entsteigen einzelne Gerettete, ganze Familien und Gruppen wie Schulklassen oder Arbeiter zerstörter Wasserkraftanlagen. Manche sind sichtlich verletzt, andere wirken erschöpft und verstört nach den Stunden in der Katastrophenregion.

    Die nepalesische Armee brachte die meisten Geretteten anschliessend in Sammelunterkünfte. Auch die Familie Münch sollte mit einem Auto nach Kathmandu gebracht werden, von wo aus sie ihre Rückreise nach Deutschland antreten kann.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #3045 (nicht angemeldet)

    Die Naturgewalt ist gottgegeben.

    User #1887 (nicht angemeldet)

    Heftig sind die Videos vom Anfang der Flut. Kann das auch hier passieren. Ja.

    Weiterlesen

    gg
    86 Interaktionen
    Welt-Neuheit
    KI
    318 Interaktionen
    Gefahr

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    312 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Dominik Hartmann
    Rickenbach SZ

    MEHR AUS NEPAL

    Monsun
    Kathmandu
    Himalaya
    Kathmandu
    4 Interaktionen
    Kathmandu