Nach den Ausschreitungen in Südafrika hat die Polizei mit Patrouillen begonnen. Bisher gab es mindestens neun Tote und zahlreiche Verletzte.
Südafrika
Die Polizei steht über festgenommenen mutmasslichen Plünderern in einem Einkaufszentrum in Alexandra Township, Johannesburg, Südafrika, Montag, 12. Juli 2021. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Inhaftierung des Ex-Präsidenten Zuma kam es in Südafrika zu Gewaltprotesten.
  • Bisher gab es mindestens neun Tote und zahlreiche Verletzte.
  • Die Polizei beginnt nun in den betroffenen Regionen mit Patrouillen.

Nach tagelangen gewalttätigen Protesten und Plünderungen hat Südafrikas Militär in den betroffenen Regionen mit Patrouillen begonnen. Nach offiziellen Angaben der Polizei vom Dienstag gab es bisher mindestens neun Tote und zahlreiche Verletzte, darunter vier Polizisten.

Bisher knapp 500 Festnahmen

Angesichts einer Überzahl von Plünderern schritt die Polizei an vielen Orten erst relativ spät ein. Es gab bislang insgesamt knapp 500 Festnahmen. Was als Protest gegen die Inhaftierung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma begann, hat sich innerhalb weniger Tage zu grossflächigen Ausschreitungen entwickelt.

Proteste
In Südafrika gibt es Proteste gegen die Inhaftierung des früheren Präsidenten Zuma. - dpa

Diese hätten wichtige Lieferketten unterbrochen, die Südafrika innerhalb weniger Wochen «einem grossen Risiko von Lebensmittel- und Medikamentenunsicherheit aussetzten könnten». Davor warnte Präsident Cyril Ramaphosa am Montagabend in einer Fernsehansprache. Besonders während der Corona-Pandemie könne das lebensbedrohliche Folgen haben.

Betroffen sind vor allem die nördliche Provinz Gauteng mit der Wirtschaftsmetropole Johannesburg und der Hauptstadt Pretoria. Auch Zumas östliche Heimatprovinz KwaZulu-Natal gehört dazu.

jacob zuma
Der Ex-Präsident Südafrikas Jacob Zuma auf der Anklagebank. - keystone

In Durban teilte die Stadtverwaltung mit, dass es wegen der Proteste bei den städtischen Versorgungsdiensten zu Problemen kommen könne. Dringende Reparaturarbeiten könnten nicht ausgeführt werden.

Zuma war vergangene Woche wegen Missachtung der Justiz zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt worden. Die trat er am späten Mittwoch an. Er muss sich vor einer Untersuchungskommission wegen verschiedener Korruptionsvorwürfe während seiner Amtszeit (2009-2018) verantworten, war aber einer Vorladung nicht gefolgt.

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