Nach der Entdeckung eines Massengrabs mit Überresten von 215 Kindern bei einem früheren staatlichen Internat für Indigene hat Kanadas Premierminister Justin Trudeau den Überlebenden solcher Einrichtungen mehr Unterstützung zugesagt.
Kanadischer Premierminister Trudeau
31.05.2021, Kanada, Ottawa: Justin Trudeau (l), Premierminister von Kanada, verlässt mit Gehstock eine Pressekonferenz. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • «Wir haben konkrete Massnahmen versprochen, und auf diese Weise werden wir Überlebende, Familien und indigene Völker unterstützen», sagte der Regierungschef am Montag (Ortszeit), ohne Einzelheiten zu nennen.

«Traurigerweise ist dies keine Ausnahme oder ein einzelner Vorfall. Wir werden uns nicht davor verstecken. Wir müssen die Wahrheit anerkennen», sagte Trudeau weiter. Diese Schulen seien eine Realität gewesen. «Eine Tragödie, die hier in unserem Land existierte, und wir müssen uns dazu bekennen.»

Vom 17. Jahrhundert bis in die 1990er wurden die als «residential schools» bekannten Einrichtungen von der Regierung verwaltet und finanziert. Betreiber waren grösstenteils Kirchen und religiöse Organisationen. Indigene Kinder wurden ihren Familien entrissen und in diesen Einrichtungen untergebracht, wo sie die Traditionen der europäischen Kolonialisten lernen mussten, um ihre eigenen Sprachen und Kulturen zu vergessen. Gewalt und sexueller Missbrauch gehörten in diesen Schulen zur Tagesordnung.

Das Massengrab bei der Kamloops Residential School in der westlichen Provinz British Columbia, die zwischen 1890 und 1978 betrieben wurde, wurde am Donnerstag von Rosanne Casimir, Oberhaupt vom Volk der Tk'emlups te Secwepemc, bestätigt. Die Ursache für den Tod der Kinder ist noch nicht bekannt. Einige von ihnen waren erst drei Jahre alt. Nach Bekanntwerden des Falls gab es Forderungen von Vertretern indigener Gruppen, alle früheren Einrichtungen dieser Art untersuchen zu lassen.

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