Mehrere europäische Länder werfen Mali vor, Truppen der russischen Söldnerfirma Wagner engagiert zu haben. Diesen Vorwurf weisen die Machthaber zurück.
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Blauhelm-Soldaten in Mali. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die malische Regierung fordert Beweise «durch unabhängige Quellen» zu den Vorwürfen.
  • Sie gibt aber zu, dass sich russische Ausbilder im Lande aufhalten.

Die Machthaber im westafrikanischen Krisenstaat Mali haben Vorwürfe westlicher Regierungen zurückgewiesen, eine russische Söldnertruppe ins Land geholt zu haben. «Die Regierung dementiert diese unbegründeten Anschuldigungen und fordert Beweise durch unabhängige Quellen», hiess es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung. Allerdings gibt die Interimsregierung darin zu, dass sich russische Ausbilder im Lande aufhalten.

Sie seien mit dem gleichen Mandat ausgestattet wie die EU-Ausbildungsmission EUTM. «Die Regierung fordert dazu auf, an ihren Handlungen statt an Gerüchten gemessen zu werden und ruft in Erinnerung, dass der malische Staat mit Russland – seinem historischen Partner – lediglich in einer Partnerschaft auf Staatsebene in Verbindung steht.»

Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und weitere Länder hatten den Machthabern in Mali am Donnerstag vorgeworfen, Söldner der russischen Firma Wagner ins Land zu holen. Man bedauere «die Entscheidung der malischen Übergangsregierung, ohnehin knappe öffentliche Mittel zu nutzen, um ausländische Söldner zu bezahlen».

Mali hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt

Sie hätten Kenntnis davon, dass die russische Regierung die Entsendung der Wagner Group nach Mali materiell unterstütze. Dort ist auch die Bundeswehr im Einsatz – als Teil der UN-Friedensmission Minusma sowie der EU-Ausbildungsmission EUTM. Zuletzt bezifferte die Bundeswehr die deutsche Präsenz auf gut 1350 Soldatinnen und Soldaten.

Ein möglicher Einsatz von Wagner in Mali hatte bereits für Aufregung gesorgt. Die EU-Mitgliedstaaten hatten dem Land für diesen Fall offen mit einem Ende des militärischen und zivilen Engagements gedroht.

Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt und gilt als politisch äusserst instabil. Seit dem bisher letzten Putsch im Mai wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt. Dem instabilen Krisenstaat machen seit Jahren islamistische Terrorgruppen zu schaffen.

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