Kriegs-Köder: Putin lockt neue Soldaten mit Mega-Schuldenerlass
So clever ködert Wladimir Putin: Bis zu 110’000 Franken Schulden werden erlassen für alle, die sich der russischen Armee anschliessen.

Das Wichtigste in Kürze
- Russland braucht dringend Soldaten für den Krieg – und wirbt nun für den Armee-Eintritt.
- Den Soldaten sollen nun Schulden von bis zu 110’000 Franken erlassen werden.
- Jahr für Jahr investiert Russland mehr in sein Militär.
Wer in Russland Schulden hat, könnte sich mit einer simplen Unterschrift schon bald davon befreien.
Einzige Voraussetzung: Ein Vertrag mit dem russischen Verteidigungsministerium. Wladimir Putin hat ein entsprechendes Dekret unterzeichnet.
Das Ziel dahinter ist klar: Russland braucht dringend neue Soldaten für seinen Krieg gegen die Ukraine.
Wer ab dem 1. Mai einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium abschliesst, profitiert von der Massnahme. Laut dem Kreml werden Schulden von bis zu zehn Millionen Rubel erlassen. Das entspricht rund 110'000 Franken.
An Bedingungen geknüpft
Und das ist noch nicht alles: Auch die Ehepartnerin des Rekruten wird von den Schulden befreit.
Es gelten jedoch Bedingungen. Der Vertrag muss einen Einsatz von mindestens einem Jahr vorsehen. Ausserdem muss die Schuld bereits vor dem 1. Mai rechtlich eingefordert worden sein.
Putin verlängerte zudem die Pachtrechte für staatliches Land für Kämpfer in der Ukraine auf unbestimmte Zeit.
Mehr als 300'000 Soldaten gestorben
Russland befindet sich seit über vier Jahren im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Verluste auf russischer Seite sind enorm. Schätzungen zufolge sollen bereits mehr als 300'000 russische Soldaten getötet worden sein.
Die Zahl der Verwundeten dürfte noch deutlich höher liegen.

Und dabei gibt Russland jedes Jahr mehr für sein Militär aus. Gleichzeitig wird die Rekrutierung neuer Soldaten schwieriger. Im März sollen laut Schätzungen rund 700'000 Soldaten auf russischer Seite am Krieg beteiligt gewesen sein.
Der Bedarf an Nachschub bleibt dennoch hoch.
Soldaten aus dem Ausland
Dafür rekrutiert Russland auch aus dem Ausland. Experten schätzen, dass bis zu 20'000 Söldner aus mehr als 100 Ländern in der russischen Armee kämpfen.
Dazu kommen mindestens 15'000 Soldaten, die Nordkorea entsandt haben soll.
Die Ukraine wird ihrerseits von Nato-Staaten und anderen Ländern mit Waffen und Aufklärung unterstützt. Russlands Truppen haben sich im Verlauf des Krieges angepasst.
Der Krieg verschlingt aber weiterhin wöchentlich grosse Mengen an Ressourcen: Tausende Männer, Drohnen und Raketen.
Anwerbung bis in Hörsäle
Auch Universitäten geraten zunehmend ins Visier der russischen Rekrutierer, wie «ZDF heute» berichtet. Der Kreml versucht gezielt, Studierende anzuwerben – obwohl diese eigentlich während des Studiums nicht einberufen werden dürfen.
Menschenrechtler berichten, dass Studierenden mit Exmatrikulation gedroht wird. Zudem verspricht man ihnen, sie nicht an die Front zu schicken, sondern Drohneneinheiten zuzuteilen.















