Die Opposition wirft Félix Tshisekedi Wahlbetrug vor. Nun soll er trotzdem am Donnerstag vereidigt werden.
Félix Tshisekedi, Politiker Kongo.
Félix Tshisekedi wird am Sonntag vereidigt. - EPA
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Das Wichtigste in Kürze

  • Félix Tshisekedis Wahl zum Präsidenten des Kongo wurde rechtskräftig.
  • Aus logistischen Gründen wurde die Vereidigung auf Donnerstag vorverschoben.

Trotz schwerer Vorwürfe des Wahlbetrugs soll Félix Tshisekedi am Donnerstag als Präsident des Kongos vereidigt werden. Aus logistischen Gründen werde die Amtseinführung vorfristig statt wie ursprünglich geplant am Dienstag kommender Woche stattfinden, bestätigten Regierungssprecher Lambert Mende und Tshisekedis Sprecher Vidiye Tshimanga heute Montag.

Das Verfassungsgericht hatte am Sonntag alle Einwände der Opposition zurückgewiesen und das vorläufige Endergebnisse der Wahl vom 30. Dezember für rechtskräftig erklärt. Tshisekedi wird auf Langzeitpräsident Joseph Kabila folgen.

«Es ist unser Sieg»

Der nach offizieller Lesart unterlegene Präsidentschaftskandidat Martin Fayulu akzeptierte das Ergebnis nicht. «Es ist unser Sieg», sagte er heute Montag. Zuvor hatte er zu Demonstrationen gegen das Wahlergebnis und die Entscheidung des Verfassungsgerichts aufgerufen.

Kabila durfte per Verfassung bei der Wahl im Dezember nicht wieder antreten, für seine Regierungskoalition war Emmanuel Ramazani Shadary ins Rennen gegangen. Dieser landete jedoch abgeschlagen auf dem dritten Platz. Angesichts dessen Niederlage soll Kabila unbestätigten Berichten zufolge einen Pakt mit Tshisekedi geschlossen haben.

Nach einer von Medien veröffentlichten Analyse von Daten aus den Wahllokalen gewann allerdings Fayulu die Wahl mit rund 60 Prozent der Stimmen; Tshisekedi kam demnach auf rund 20 Prozent.

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