Rund zehn Tage vor Amtsantritt hegt die neugewählte kolumbianische Führung auch die Hoffnung auf einen Richtungswechsel im Nachbarland Brasilien. «Ich habe mich mit dem Präsidentschaftskandidaten getroffen, von dem ich ebenfalls hoffe, dass er die Wahl gewinnt», sagte die gewählte linke Vize-Präsidentin Francia Márquez in einem Interview der brasilianischen Zeitung «Folha de S. Paulo» am Donnerstag (Ortszeit).
kolumbien
Gustavo Petro (M.), linksgerichteter Präsidentschaftskandidat in Kolumbien, und Francia Marquez, die für die kolumbianische Vizepräsidentschaft kandidiert, nehmen an einer Veranstaltung nach den Wahlen teil. - Camila Díaz/colprensa/dpa
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vize-Präsidentin sei zu einer Reihe inoffizieller Termine nach Brasilien gekommen, hatte es in einer Mitteilung nach einem Treffen mit Luiz Inácio Lula da Silva in São Paulo geheissen.

Márquez, die der gewählte Präsident Gustavo Petro als erste afro-kolumbianische Frau mit an Kolumbiens Staatsspitze geholt hatte, begann in Brasilien eine Reise mit den weiteren Stationen Chile, Argentinien und Bolivien.

«Ich glaube, Lula ist der einzige Präsident, der die Rechte der schwarzen Bevölkerung in Brasilien berücksichtigt hat», sagte Márquez der «Folha». Amtsinhaber Jair Bolsonaro bestreitet, dass es in dem grössten Land Lateinamerikas ein Rassismus-Problem gibt und äussert sich immer wieder abfällig über Homosexuelle, Frauen und Schwarze.

Am vergangenen Donnerstag wurde Ex-Staatschef Lula wieder als Kandidat seiner Partei für die Präsidentenwahl in Brasilien am 2. Oktober nominiert. Umfragen zufolge liegt der Linkspolitiker aktuell vor dem rechtspopulistischen Amtsinhaber Bolsonaro, den seine Partei am Sonntag als Kandidaten kürte. In Kolumbien hatte Petro am 19. Juni als erster Linkspolitiker die Präsidentenwahl gewonnen. Er und Márquez treten ihre Ämter am 7. August an.