Japans Ex-Premier Yasuhiro Nakasone mit 101 Jahren verstorben

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    Japan,

    Japans langjähriger Ministerpräsident Yasuhiro Nakasone ist mit 101 Jahren verstorben. Nakasone verschaffte seinem Land international ein prominenteres Image.

    Yasuhiro Nakasone
    Yasuhiro Nakasone, ehemaliger Ministerpräsident von Japan, ist tot. Er wurde 101 Jahre alt. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der frühere japanische Ministerpräsident Yasuhiro Nakasone ist tot.
    • Er starb am Freitag im Alter von 101 Jahren.
    • Nakasone verschaffte Japan international ein prominentes Image.

    Er war ein enger Freund des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan, wollte Japans pazifistische Nachkriegsverfassung revidieren und propagierte ein «gesundes nationales Selbstbewusstsein»: Japans konservativer Ex-Ministerpräsident Yasuhiro Nakasone ist tot. Er starb am Freitag im Alter von 101 Jahren, wie die Medien des Landes übereinstimmend berichteten.

    Yasuhiro Nakasone
    Ronald Reagan (l), Präsident der USA, und Yasuhiro Nakasone, Ministerpräsident von Japan, lachen am Ende ihres Treffens. - dpa

    Nakasone, der für japanische Regierungschefs überdurchschnittlich gute Englischkenntnisse ausweisen konnte, dominierte die Politik der heute drittgrössten Volkswirtschaft der Welt über Jahrzehnte hinweg.

    Abrechnung mit Japans Nachkriegspolitik

    Der Konservative, der von November 1982 bis November 1987 und damit in den letzten Tagen des Kalten Krieges Regierungschef seines Landes war, wollte eine «Generalabrechnung der Nachkriegspolitik». Er wollte Japan die Möglichkeit geben, wie jeder andere souveräne Staat auch seine Interessen mit militärischen Mitteln wahren zu können. Unter anderem sorgte er mit martialischen Äusserungen wie Japan sei ein «unsinkbarer Flugzeugträger der freien Welt» für Aufsehen.

    Nakasone setzte sich für ein starkes Sicherheitsbündnis mit den USA ein; seine enge Duz-Freundschaft mit Reagan ging als «Ron-Yasu-Diplomatie» in die Geschichtsbücher ein. Eine ähnliche Politik verfolgt heute auch sein rechtskonservativer Parteikollege und Nachfolger, Ministerpräsident Shinzo Abe.

    Shinzo Abe
    Shinzo Abe, Premierminister von Japan. - dpa

    Auch dieser hat wie damals schon Nakasone das Ziel, die pazifistische Verfassung zu ändern. Diese entspreche nicht der einer unabhängigen Nation, da sie Japan 1946 von der Besatzungsmacht USA aufgezwungen worden sei.

    Zu Nakasones Selbstverständnis eines «gesunden» nationalen Selbstbewusstseins gehörten auch offizielle Besuche des umstrittenen Yasukuni-Schreins. In dem Shinto-Heiligtum im Herzen Tokios wird der in Kriegen für das japanische Kaiserreich Gestorbenen gedacht – unter ihnen sind auch verurteilte und hingerichtete Kriegsverbrecher. Sein amtierender Nachfolger Shinzo Abe hatte den Schrein zuletzt im Dezember 2013 besucht und damit damals scharfe Kritik ausgelöst. Seither beliess es der Rechtskonservative bis heute bei Opfergaben.

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