Irans Justizchef fordert Vergeltung für Tote bei Protesten
Irans Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi forderte Vergeltungsmassnahmen für Sicherheitskräfte und Polizisten, die bei den Protesten getötet wurden.

Irans Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi hat Vergeltung für bei den Protesten getötete Sicherheitskräfte gefordert. «Es sollen entschlossene und wirksame Massnahmen zur Vergeltung für die getöteten Märtyrer ergriffen werden», zitiert das «Handelsblatt» den Minister.
Wer Polizeikräfte angegriffen oder Einrichtungen der Sicherheitskräfte attackiert habe, müsse vorrangig vor Gericht gestellt werden.
Die Justiz hatte bereits in der vergangenen Woche «maximale Härte» im Umgang mit Demonstranten angekündigt. Bei früheren Protestwellen verhängte sie auch Todesurteile, wie «Cash» berichtet.
Hunderte Tote und Tausende Festnahmen
Nachdem Sicherheitskräfte laut dem «Spiegel» das Feuer auf Demonstrierende eröffnet haben sollen, mehrten sich unbestätigte Berichte über zahlreiche Tote.
Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA berichtet von mindestens 2600 festgenommenen Menschen bei den seit knapp zwei Wochen andauernden Massenprotesten. Auch unter den Sicherheitskräften gibt es viele Tote.
Mindestens 114 Angehörige der Revolutionsgarden und der Polizei kamen seit Beginn der Demonstrationen ums Leben. Das berichtet «Focus» unter Berufung auf das Institute for the Study of War.
Wirtschaftskrise als Auslöser der Proteste
Die Proteste hatten Ende Dezember begonnen, ausgelöst durch eine massive Wirtschaftskrise und einen Absturz der Währung Rial. In Teheran gingen zunächst wütende Händler auf die Strasse, wie die «Tagesschau» schreibt.
Danach weiteten sich die Proteste auf das gesamte Land aus. Inzwischen fordern die Demonstrierenden ein Ende der autoritären Staatsführung der Islamischen Republik.

Laut Aktivisten haben sich die Proteste im Iran weiter ausgedehnt. Mittlerweile sollen sie 185 Städte im ganzen Land erfassen, berichtet das «Handelsblatt».
Regime verhängt Internetsperre
Der iranische Sicherheitsapparat reagiert auf die Proteste mit brutaler Härte. Die Kommunikation nach aussen ist durch Internetsperren und blockierte Telefonleitungen stark eingeschränkt, berichtet der «Spiegel».
Sicherheitskräfte setzen Schusswaffen gegen die Demonstranten ein. Amnesty International fordert ein sofortiges Ende dieser willkürlichen Gewalt.
Die Organisation dokumentierte den rechtswidrigen Einsatz scharfer Munition. Auch Schrotflinten mit Metallkugeln wurden gegen die Protestierenden eingesetzt.












