Der Iran blockiert entgegen jüngster Zusagen die vollständige Überwachung seines Atomprogrammes.
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USA und Europäer warnen Iran vor Ausbremsen von IAEA-Inspektoren. (Symbolbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Iran hat laut der IAEA die vollständige Überwachung seines Atomprogrammes blockiert.
  • Damit hält sich Iran nicht an jüngste Zusagen an die Internationale Atomenergiebehörde.

Das meldete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Sonntag in Wien in einem Sonderbericht. Laut einem IAEA-Sprecher verweigert der Iran IAEA-Inspektoren Zugang zu einer Werkstatt, in der Teile für Zentrifugen zur Uran-Anreicherung hergestellt werden.

Der Ausbau der iranischen Anreicherungsanlagen mit immer leistungsfähigeren Zentrifugen bereitet der IAEA und der internationalen Gemeinschaft Sorgen. Das verarbeitete Uran hat einen so hohen Reinheitsgrad, dass es relativ schnell zu waffenfähigem Material weiterverarbeitet werden könnte.

Grossi hatte am 12. September eine Einigung mit Teheran erzielt, wonach die IAEA wieder ihre Überwachungsgeräte warten und Speichermedien austauschen darf, um die lückenlose Kontrolle des umstrittenen Atomprogrammes zu gewährleisten. Laut Grossis Bericht wurde die Übereinkunft überall ausser in der Zentrifugen-Werkstatt in Karadsch umgesetzt. Im Juni war es dort zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem auch IAEA-Kameras schwer beschädigt worden. Iranische Medien sprachen damals von einem missglückten Sabotageakt.

Als Reaktion auf den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen von 2015 ignoriert der Iran seit 2019 die vereinbarten nuklearen Beschränkungen, die die Entwicklung von Atomwaffen erschweren sollten. Die Verhandlungen zur Rettung des Paktes, an denen auch Deutschland beteiligt sind, sind seit Juni unterbrochen.