Der iranische Präsident Ebrahim Raisi hat den von der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vorgebrachten Vorwurf mangelnder Kooperationsbereitschaft zurückgewiesen.
Ebrahim Raisi
Ebrahim Raisi - Iranian Presidency/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Raisi bezeichnet Teherans Vorgehen als «transparent».

Allein die «ernsthafte Zusammenarbeit» Teherans mit der IAEA sei «ein klares Beispiel für den Willen des Iran, seine nuklearen Aktivitäten transparent zu machen», sagte Raisi am Mittwoch in einem Telefongespräch mit EU-Ratspräsident Charles Michel.

«Natürlich ist es unvernünftig, vom Iran eine konstruktive Antwort zu erwarten, wenn die IAEA einen nicht-konstruktiven Ansatz verfolgt», sagte Raisi laut der Mitteilung der iranischen Präsidentschaft. Dadurch werde der Verhandlungsprozess gestört.

Die IAEA hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht erklärt, dass sie iranische Atomanlagen nicht mehr ausreichend kontrollieren könne, seit Teheran sich aus dem internationalen Atomabkommen zurückgezogen habe. Der Iran hatte Ende Februar Inspektionen für einige seiner Atomanlagen eingeschränkt. Seitdem seien «die Überprüfungs- und Überwachungsmassnahmen der Behörde ernsthaft beeinträchtigt».

Das internationale Atomabkommen von 2015 soll den Iran am Bau von Atomwaffen hindern, im Gegenzug wurden Sanktionen gegen das Land aufgehoben. 2018 stiegen die USA einseitig aus dem Abkommen aus und führten erneut Sanktionen ein. Im Gegenzug zog sich Teheran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück.

Die im April in Wien aufgenommenen Verhandlungen über einen Neustart des Atomabkommens sind derweil ins Stocken geraten.

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