St. Gallen – Mobilitätshub und Park: So soll Winkeln 2050 aussehen
Winkeln soll bis 2050 zum modernen Arbeits- und Lebensraum werden. Geplant sind ein Mobilitätshub, ein neuer Park und Mischnutzungen.

Die Stadt St. Gallen hat ein Entwicklungsleitbild für das Quartier Winkeln vorgelegt. Das Gebiet zwischen Bahnhof Winkeln und der Arena ist heute überwiegend gewerblich-industriell genutzt und gehört zum kantonalen Entwicklungsschwerpunkt St. Gallen West – Gossau Ost. Stadtrat Markus Buschor und Stadtplaner Florian Kessler haben das Leitbild vorgestellt.
Das Leitbild entstand in einem mehrjährigen kooperativen Prozess. Neben der Stadt sind der Kanton St. Gallen, die SBB, die Locher Bewehrungen AG sowie die Realisierungsgemeinschaft ASGO als Projektpartner beteiligt.
Grundlage war eine Testplanung aus den Jahren 2023 und 2024, in der drei Teams verschiedene städtebauliche Ideen erarbeiteten. In Echoräumen wurden Vertretende von Grundeigentümerschaften, des Quartiers und des Gewerbes einbezogen.
Fast doppelt so viel Fläche
Die Nutzflächen im Bestand liegen bei rund 264’000 Quadratmetern, davon 88 Prozent für Arbeiten und 12 Prozent für Wohnen. Das Leitbild zeigt auf, wie langfristig rund 536’000 Quadratmeter entstehen könnten – durch Neubauten mit insgesamt rund 348’000 Quadratmetern oberirdischer Geschossfläche. Der Wohnanteil würde laut den Verantwortlichen dabei auf rund 20 Prozent steigen.
Winkeln soll auch künftig ein bedeutender Arbeitsstandort bleiben. Bestehende Industrie- und Gewerbebetriebe werden langfristig gesichert. Neue Wohnnutzungen sind gezielt in gut erschlossenen Bereichen rund um den Bahnhof und entlang der Herisauer Strasse vorgesehen, getrennt von lärm- und logistikintensivem Gewerbe.
Mobilitätshub als Herzstück
Ein zentrales Element des Leitbilds ist der geplante Mobilitätshub am Bahnhof Winkeln. Dieser soll künftig mit einem neuen Bushof mit acht Haltekanten, gedeckten Veloabstellplätzen, Sharing-Angeboten sowie neuen Quartierplätzen beidseits der Gleise ausgestattet werden.
Langfristig sind auch Tramhaltekanten vorgesehen. «Der Bahnhof soll als zentraler Umsteigepunkt und Ankunftsort für das Quartier funktionieren», lassen die Verantwortlichen der Stadt mitteilen.
Auch die Erschliessung mit dem Schwerverkehr wird neu geordnet: Dieser soll künftig über Stichstrassen mit Wendemöglichkeiten abgewickelt werden, um die Herisauer Strasse und die Letzistrasse zu entlasten.
Park als verbindendes Element
Ein weiterer Schwerpunkt ist die langfristige Realisierung eines linearen Parks zwischen der Arena und dem Bahnhof Winkeln. Der Park soll Aufenthaltsqualität für Arbeitende und Quartierbewohnende schaffen, Biodiversität fördern und als Puffer zwischen Wohn- und Industrienutzungen dienen.
Den Auftakt macht eine massgebliche Fläche, die der Kanton mit dem geplanten Sicherheits- und Verwaltungszentrum freispielt. Weitere Flächen sollen schrittweise in Absprache mit den Grundeigentümerschaften gesichert werden.
Hochpunkte an zentralen Lagen
Am und um den Bahnhof sind deutliche Dichtesprünge vorgesehen. Beidseits der Gleise sind Bauten bis 45 Meter möglich, auf dem ehemaligen Lobeck-Areal – das die Stadt 2025 erworben hat – bis 65 Meter. Nördlich ab der Bildweiherstrasse erlaubt das Leitbild sogar Gebäude bis 85 Meter.
Nächste Schritte
Das Leitbild bildet die Grundlage für die laufende Ortsplanungsrevision sowie für weitere Planungen wie den Wettbewerb für den Mobilitätshub und einzelne Arealentwicklungen. Teilzonenpläne sollen bis Mitte 2027 vorliegen, erste Baurechtsvergaben für städtische Liegenschaften bis Ende 2028.
Konkrete Realisierungen von Arealen und Infrastrukturprojekten sind ab 2032 beziehungsweise 2035 vorgesehen. «Die Entwicklung soll schrittweise erfolgen, unabhängig auf den einzelnen Grundstücken und ohne vorgeschriebene Reihenfolge», heisst es vonseiten der Stadt.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «St. Galler Nachrichten» erschienen.








