Iran meldet schockierende Opferzahlen bei Protesten
Das «Time-Magazin» berichtet von erschreckenden Zahlen im Iran bei Protesten. Die Gewalt gegen Demonstranten könnte unvorstellbare Ausmasse erreicht haben.

Zwei hochrangige Beamte des iranischen Gesundheitsministeriums berichteten dem «Time-Magazine» über die Opferzahlen der landesweiten Proteste.
Am 8. und 9. Januar sollen Sicherheitskräfte laut ihren Angaben bis zu 30'000 Menschen getötet haben. Behörden seien mit der Bergung der Leichen vollkommen überfordert gewesen, heisst es in dem Bericht.
Die Vorräte an Leichensäcken seien erschöpft gewesen, fügten die Beamten hinzu. Statt Krankenwagen mussten demnach 18-Rad-Sattelschlepper den Transport der Toten übernehmen, berichtet das «Time-Magazine».
Proteste im Iran: Arzt meldet massive Opferzahlen in Spitälern
Der deutsch-iranische Augenarzt Amir Parasta hat eigene Daten zu den Protesten im Iran zusammengetragen. Seine Erhebung weist bis zum vergangenen Freitag 30'304 Todesfälle auf, die in Spitälern registriert wurden.
Parasta betont, dass diese Zahl weder Tote in Militärspitälern noch Opfer umfasst, die direkt in Leichenschauhäuser gebracht wurden. Der Experte geht davon aus, dass die tatsächlichen Opferzahlen noch deutlich höher liegen könnten, berichtet das «Time-Magazine».
Laut Angaben des Nationalen Sicherheitsrats fanden die Proteste an rund 4000 Orten im ganzen Land statt. Die massive Ausbreitung der Proteste habe die staatlichen Behörden überfordert, was die präzise Erfassung der Opfer zusätzlich erschwere.
Regierung nennt 3117 Tote – HRANA meldet deutlich höhere Opferzahlen
Die iranische Regierung gibt eine Gesamtzahl von 3117 Toten bei den Aufständen an. Der iranische Botschafter in Genf erklärte, mehr als 2400 Menschen seien bei sogenannten terroristischen Aktivitäten ums Leben gekommen.
Die staatliche Rundfunkagentur Iribnews wies den Bericht des «Time-Magazines» laut «RND» scharf zurück. Kein Beamter habe derartige Statistiken gemeldet oder bestätigt, hiess es auf X.
Das in den USA ansässige Menschenrechtsnetzwerk HRANA bestätigt bisher 5495 Todesopfer, darunter 5149 Demonstranten. Weitere 17'031 mutmassliche Fälle würden derzeit noch überprüft, berichtet die Organisation.
Aktivisten berichten von massiven Festnahmen
Laut HRANA seien zudem 40'887 Menschen von Sicherheitskräften festgenommen worden. Die Aktivisten betonen, dass die Überprüfung der Todeszahlen sehr viel Zeit in Anspruch nehme.
Seit rund drei Wochen gebe es im Iran Internetabschaltungen und erhebliche Störungen. Diese Einschränkungen erschwerten die unabhängige Dokumentation der Opferzahlen erheblich.

Mai Sato, die UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechte im Iran, äusserte sich besorgt. Laut «Bloomberg» erklärte sie, die Zahl der getöteten Zivilisten könnte 20'000 übersteigen.
Amnesty spricht von beispielloser Gewalt
Amnesty International bezeichnet die Tötungen als von beispiellosem Ausmass. Die Organisation betont, dass die genaue Dimension der Gewalt wegen der Internetblockade weiterhin unklar bleibt.
Experten finden kaum historische Vergleiche für derart viele Erschossene innerhalb weniger Tage. Das «Time-Magazin» nennt als einzige Parallele das Massaker von Babyn Jar 1941, bei dem rund 33'000 ukrainische Juden exekutiert wurden.
Der Columbia-Forscher Les Roberts weist darauf hin, dass Todeszahlen in Krisen häufig unvollständig bleiben. Viele Opfer erreichen niemals ein Spital oder werden ausserhalb offizieller Kanäle beerdigt, betont der Wissenschaftler.
Wirtschaftskrise löst landesweite Proteste im Iran aus
Die Demonstrationen im Iran begannen Ende Dezember 2025, berichtet «Al Jazeera». Auslöser war der starke Fall des Rials, der dazu führte, dass Händler im Grossen Basar von Teheran ihre Geschäfte schlossen.

Die Proteste weiteten sich schnell auf weitere Städte und Bevölkerungsgruppen aus. Am 8. und 9. Januar erreichten die Demonstrationen ihren Höhepunkt in den grossen Metropolen.
Die Regierung schlug die Proteste danach brutal nieder, berichten mehrere Medien, darunter auch die «Human Rights Watch» übereinstimmend.
Trump entsendet Flotte in Richtung Iran – Sorge vor Krieg steigt
US-Präsident Donald Trump kündigte die Entsendung einer Armada in Richtung Iran an. Er betonte, er hoffe, die Streitkräfte nicht einsetzen zu müssen, sagte Trump am Donnerstag.
Zugleich warnte er Teheran laut «Radio 912» erneut davor, Demonstranten zu töten oder das Atomprogramm wieder aufzunehmen. Die Sorge vor einem neuen Krieg in der Region ist deutlich gestiegen.
Starke US-Militärkräfte sammeln sich derzeit im Nahen Osten, wie «Reuters» berichtet. Analysten sehen die Lage als zunehmend angespannt, während die Proteste im Iran weiter eskalieren.












