Iran hängt erneut zwei Anhänger der Volksmudschahedin

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Den zweiten Tag in Folge hat Irans Justiz zwei Dissidenten hinrichten lassen. Die beiden Männer Babak Alipur und Puja Ghobadi seien am frühen Morgen durch Erhängen exekutiert worden, teilte das Sprachrohr der iranischen Justiz, die Nachrichtenagentur Misan mit. Ihnen wurden Angriffe auf sensible Einrichtungen des Landes zur Last gelegt und sollen der im Iran verbotenen Oppositionsgruppe der Volksmuschahedin angehört haben.

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Den zweiten Tag in Folge hat Irans Justiz zwei Dissidenten hinrichten lassen. (Symbolbild) - keystone

Die Menschenrechtsorganisation Hengaw bezeichnete die Männer als politische Gefangene. Ihre Geständnisse seien unter Folter und unter Drohungen gegen Angehörige erzwungen worden, hiess es in einer Mitteilung der in Norwegen ansässigen Organisation. Die Hinrichtungen seien erfolgt, ohne dass die Familien zuvor informiert worden seien oder Zeit für einen letzten Besuch gehabt hätten.

Die Exil-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem im Iran zu stürzen. Im Ausland gründeten ihre Anhänger im Jahr 1981 den Nationalen Widerstandsrat. Die Organisation ist jedoch äusserst umstritten und wird innerhalb und ausserhalb des Iran auch von Oppositionellen grösstenteils abgelehnt. Bereits am Montag waren zwei ihrer Anhänger im Iran hingerichtet worden.

Die ursprünglich islamistisch-sozialistische Bewegung der Volksmudschahedin stand in der EU und den USA zeitweise auf der Terrorliste. Kritiker halten ihre Strukturen für undemokratisch und totalitär. Der Nationale Widerstandsrat weist diese Darstellung zurück und erklärt, seine Anhänger glaubten an einen toleranten Islam und stünden für die Trennung von Religion und Staat.

Seit Kriegsbeginn geht Irans Justiz mit äusserster Härte gegen Kritiker vor. Mehrere Männer wurden seitdem bereits wegen mutmasslicher Spionage für Israel hingerichtet. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit langem den Einsatz der Todesstrafe im Iran. Sie werfen den Behörden vor, Hinrichtungen vor allem als Mittel der Einschüchterung zu nutzen. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Menschenrechtsnetzwerks HRANA mehr als 2.000 Menschen hingerichtet – so viele wie seit Jahrzehnten nicht mehr.

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