Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat auf eine dramatische Zuspitzung der humanitären Lage in Äthiopien angesichts verstärkter Kämpfe in dem Krieg hingewiesen.
Togo
Das Zeichen des internationalen Roten Kreuzes. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Äthiopien spitzt sich die humanitäre Lage zu.
  • Laut dem Roten Kreuz benötigen Hunderttausende Binnenflüchtlinge Unterstützung.
  • Es sei ein «Rennen gegen die Zeit».

Der Vielvölkerstaat Äthiopien droht durch die seit einem Jahr anhaltenden Kämpfe zu zerfallen. Mehrere Staaten haben ihre Bürger bereits aufgerufen, das Land wegen der Sicherheitslage möglichst umgehend zu verlassen.

Nach Angaben des Roten Kreuzes benötigen Hunderttausende Binnenflüchtlinge vor allem in den nördlichen Regionen Unterstützung, während es für Helfer immer schwieriger werde, zu ihnen vorzudringen. Tausende sind den Angaben zufolge mittellos in die Städte geflohen, müssten in überfüllten Notlagern, Schulen oder sogar im Freien übernachten.

Wasser-, Nahrungs- und Strommangel vor Ort erschwerten die Lage noch weiter. Seit Wochen sei es nicht möglich gewesen, humanitäre Hilfe nach Tigray zu schicken, wo der Konflikt im vergangenen Jahr seinen Ausgang genommen habe. Die Arbeit der Helfer werde durch die Kämpfe und die sich bewegende Front zusätzlich erschwert.

IKRK-Präsident Peter Maurer hatte während eines Äthiopien-Besuchs im vergangenen Monat die Konfliktparteien aufgerufen, das Internationale Recht zu respektieren und die Zivilbevölkerung zu schonen.

Regierungschef Abiy Ahmed war 2018 mit dem Versprechen an die Macht gekommen, Äthiopien zu reformieren. Er entmachtete die Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die das Land 25 Jahre lang dominierte. Im Herbst 2020 führte die TPLF eigenmächtig Wahlen in ihrer Hochburg, der nördlichen Region Tigray, durch und griff kurz danach eine Militärbasis an. Abiy ging militärisch gegen die TPLF vor. Mittlerweile hat sich der Konflikt auf weitere Landesteile ausgeweitet.

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