Venezuelas Sicherheitskräfte haben Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zufolge gemeinsame Operationen mit Kämpfern der linken ELN-Guerilla ausgeführt. «Bewaffnete Gruppen begehen im kolumbianisch-venezolanischen Grenzgebiet brutale Übergriffe auf die Zivilbevölkerung, in einigen Fällen mit der Komplizenschaft venezolanischer Sicherheitskräfte», sagte Tamara Taraciuk Broner, Interimsregionaldirektorin von HRW, laut einer Mitteilung am Montag.
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Venezuela leidet unter der höchsten Inflation weltweit. Es fehlen Einnahmen um genügend Medizin und Lebensmittel einzuführen. - Keystone

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  • Zudem forderte sie die kolumbianischen Behörden auf, mehr für den Schutz der Bevölkerung und die Unterstützung der Vertriebenen zu tun.

In den vergangenen Monaten ist es in den Bundesstaaten Apure (Venezuela) und Arauca (Kolumbien) immer wieder zu Kämpfen gekommen, Dutzende wurden getötet, Tausende vertrieben.

Kolumbien litt mehr als 50 Jahre unter einem bewaffneten Konflikt zwischen Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs. Die grösste Rebellen-Organisation Farc schloss 2016 einen Friedensvertrag mit der Regierung des südamerikanischen Landes. Tausende sogenannte Farc-Dissidenten weigerten sich allerdings und kämpfen weiter um die Kontrolle des Drogenhandels und Schmuggelwege. Auch die kleinere ELN-Guerilla ist immer noch aktiv.

Kolumbien hat dem Nachbarland Venezuela immer wieder vorgeworfen, linke Guerilla-Organisationen zu unterstützen. Sowohl Splittergruppen der Ex-Farc als auch ELN-Mitglieder stünden unter dem Schutz der Regierung des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro. Venezuelas Regierung wies derartige Anschuldigungen stets zurück.

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