Volksrepublik China kritisiert Vermummungsverbots-Aufhebung

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    Hong Kong,

    Kürzlich wurde das Vermummungsverbot in Hongkong wieder aufgehoben. In der Volksrepublik China mehrt sich aber nun die Kritik.

    Volksrepublik China
    Demonstranten werden von der Polizei festgenommen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • China kritisiert die Aufhebung des Vermummungsverbots in China.
    • Ein chinesischer Parlamentssprecher hat das Urteil als nicht rechtmässig zurückgewiesen.
    • Die Polizei belagert weiter eine Hochschule, in der sich Studenten verschanzt haben.

    Bei dem Aufruhr in Hongkong ist kein Ende in Sicht. Die Polizei belagert weiter eine Hochschule, in der sich Studenten verschanzt haben. Die Volksrepublik China weist die Aufhebung des Vermummungsverbots zurück.

    Bei den Unruhen in Hongkong haben sich schätzungsweise noch rund 100 Studenten in einer von der Polizei belagerten Universität verbarrikadiert.

    Volksrepublik China
    Polizisten nehmen Demonstranten an der Polytechnischen Universität in Kowloon, Hongkong fest. - Achmad Ibrahim/AP/dpa

    Regierungschefin Carrie Lam sagte vor der Presse, die Sicherheitskräfte wollten die «Zwischenfälle» an der Polytechnischen Hochschule friedlich lösen. Rund 600 Studenten hätten das Universitätsgelände im Stadtviertel Hung Hom verlassen.

    Minderjährige Demonstranten konnten nach Hause

    Viele der jüngeren Demonstranten waren über Nacht von einer vermittelnden Gruppe von Mittelschuldirektoren und prominenten Persönlichkeiten vom Campus geführt worden.

    volksrepublik china
    Bereitschaftspolizisten verhaften einen Demonstranten während Zusammenstössen in der Nähe der Polytechnische Universität im Bezirk Kowloon. - Achmad Ibrahim/AP/dpa

    Die Minderjährigen konnten nach Haus gehen, nachdem ihre Personalien von der Polizei aufgenommen worden waren. Regierungschefin Lam forderte die verbliebenen Studenten in der Hochschule auf, sich zu ergeben.

    Die gewalttätigen Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungsregion hatten bis in die Nacht angedauert. Schon seit fünf Monaten laufen die Demonstrationen gegen die Regierung der Volksrepublik China.

    Gegen das als brutal empfundene Vorgehen der Hongkonger Polizei. Und gegen den wachsenden Einfluss der kommunistischen Pekinger Führung.

    Hongkong
    Ein Demonstrant mit einer Maske steht auf einer Brücke vor der Polytechnischen University. - Vincent Yu/AP/dpa

    Wegen der Unruhen blieben am Dienstag auch die Schulen und Kindergärten weiter geschlossen.

    Universitäten der Volksrepublik China als neue Brennpunkte

    Die Universitäten der früheren britischen Kronkolonie hatten sich vergangene Woche zu neuen Brennpunkten der Proteste entwickelt. Daraufhin wurden die Studenten vorzeitig in die Semesterferien geschickt.

    An der Polytechnischen Universität waren die Auseinandersetzungen am Wochenende eskaliert. Die Studenten setzten sich mit Barrikaden, Brandsätzen, selbst gebauten Katapulten oder auch Pfeil und Bogen gegen die Sicherheitskräfte zur Wehr.

    Hongkong
    Demonstranten versuchen sich mit Regenschirmen zu schützen während Zusammenstössen mit der Bereitschaftspolizei. - Achmad Ibrahim/AP/dpa

    Die Polizei setzte Tränengas, Gummigeschosse und Wasserwerfer ein. Seit Sonntag haben die Einsatzkräfte das Hochschulgelände abgeriegelt, um die Studenten festzunehmen. Trotzdem konnten einige Hundert über Zäune oder an Seilen aus Gebäuden flüchten.

    Urteil als nicht rechtmässig zurückgewiesen

    Nach der Aufhebung des Vermummungsverbots durch ein Gericht in Hongkong hat die Volksrepublik China das Urteil zurückgewiesen.

    Jian Tiewei vom Rechtsausschuss des Volkskongresses sagte der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua: Nur der Ständige Ausschuss des Pekinger Parlaments könne entscheiden, ob ein Erlass mit dem Grundgesetz Hongkongs übereinstimme.

    Hongkong
    Demonstranten beobachten nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Polizei eine mit Pflastersteinen übersäte Kreuzung vor der Polytechnischen Universität im Bezirk Kowloon. - kyodo/dpa

    Er äusserte seine «tiefe Sorge» über die Entscheidung des Gerichts am Vortag in Hongkong. Das das Vermummungsverbot als zu weitgehend und nicht in Übereinstimmung mit dem Grundgesetz Hongkongs abgewiesen hatte. Das Urteil habe die administrative Gewalt von Regierungschefin Lam «ernsthaft geschwächt». Als Reaktion auf die Entscheidung hatte die Regierung die Umsetzung des Banns vorerst ausgesetzt.

    In den vergangenen Wochen waren viele Demonstranten festgenommen worden. Dies weil sie Masken und dicht schliessende Brillen trugen. So schützten sie sich vor Tränengas und Pfefferspray der Polizei.

    volksrepublik china
    Demonstranten in der Volksrepublik China. - Keystone

    Viele wollten auch verhindern, dass sie von Sicherheitskräften oder auch von ihren Arbeitgebern identifiziert werden können. Ihnen drohten Haft bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe von 25'000 Hongkong Dollar, umgerechnet 2900 Euro.

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