Die britisch-amerikanische Organisation Halo Trust will nach dem Angriff auf einen ihrer Minenräumtrupps in Afghanistan mit zehn getöteten Mitarbeitern im Land bleiben. Das teilte der Chef von Halo Trust, James Cowan, in einem auf Twitter geteilten Video in der Nacht zu Donnerstag mit. «Wir könnten Angst haben vor dem, was in Afghanistan passiert. Aber wir haben noch einen Job zu erledigen», sagte Cowan.
Afghanistan
Soldaten der Armee von Afghanistan bewachen einen Checkpoint. (Archivbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Angriff auf die Minenräumer in der Nacht zu Mittwoch löste grosses Entsetzen aus.

Bewaffnete Männer waren in das Camp mit rund 110 Angestellten von Halo Trust eingedrungen und hatten das Feuer eröffnet. Zehn Minenräumer kamen der Organisation zufolge dabei ums Leben, weitere 16 wurden verletzt.

Halo Trust zerstört seit 1988 in Afghanistan Minen und andere explosive Gegenstände. Rund 2500 Afghanen arbeiten für die Wohltätigkeitsorganisation. Angaben des Auswärtigen Amtes zufolge förderte die Bundesregierung 2020 Projekte von Halo Trust mit mehr als zehn Millionen Euro. Davon entfielen bereits 3,5 Millionen auf das Projekt in Afghanistan, das von dem Angriff betroffen sei.

Der Islamische Staat (IS) reklamierte den Angriff für sich. Laut Cowan waren viele der Männer, die ums Leben kamen, Angehörige der ethnischen Minderheit der Hasara. Hasara sind Schiiten. Sunnitische Extremisten wie die Mitglieder der IS-Miliz bekämpfen Schiiten als Abtrünnige, obwohl es sich auch bei ihnen um Muslime handelt.

Der IS hatte in Afghanistan zuletzt Gebiete und Kämpfer verloren. Einem kürzlich veröffentlichten UN-Bericht zufolge stellt er dennoch weiterhin eine Bedrohung für das Land dar.

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