Erstmals seit mehr als zwei Jahren sind beim weltberühmten Karneval in Rio de Janeiro wieder die besten Sambaschulen der Stadt durch das Sambodrom gezogen.
Tänzerin in Rio de Janeiro
Tänzerin in Rio de Janeiro - AFP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Spektakel fiel im vergangenen Jahr Corona-bedingt aus.

«Ich bin einfach so glücklich», sagte Ana Vieira, eine 48-jährige Geografie-Lehrerin und Tänzerin der Imperatriz-Sambaschule, vor Beginn der ersten grossen Parade am Freitag. «Ich glaube, dass viele Menschen weinen werden, wenn die Parade beginnt - mich eingeschlossen.»

Für sie sei der Karneval das «Leben», sagte die in ein riesiges funkelndes Kostüm gekleidete Vieira. «Man sieht die Freude in den Gesichtern der Menschen, nachdem sie zwei Jahre lang zu Hause bleiben mussten.»

Der Karneval in Rio de Janeiro war am Mittwoch offiziell eröffnet worden. Überschattet worden war das Spektakel vom Tod eines elfjährigen Mädchens nach einem Unfall während des Eröffnungsumzugs am Mittwoch. Das Mädchen war mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, wo sie nach Behördenangaben am Freitag starb.

Zuletzt war in Rio de Janeiro 2020 Karneval gefeiert worden. Vergangenes Jahr musste er wegen der Corona-Pandemie ausfallen. In diesem Jahr wurde der Karneval wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante um zwei Monate verschoben.

In Brasilien starben bereits mehr als 660.000 Menschen an Covid-19. In absoluten Zahlen gab es weltweit nur in den USA mehr Corona-Tote. Mittlerweile sind allerdings mehr als 75 Prozent der gut 213 Millionen Menschen in Brasilien vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Zahl der wöchentlichen Corona-Toten sank auf etwa hundert, vor einem Jahr waren es noch mehr als 3000 Todesopfer pro Woche.

Corona-Beschränkungen beim Karneval gibt es aber auch in diesem Jahr: Alle Teilnehmer der Parade im Sambodrom müssen eine Impfung nachweisen.

Der Karneval ist für Rio de Janeiro auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bei dem Spektakel werden rund vier Milliarden Real (794 Millionen Euro) umgesetzt. Mindestens 45.000 Jobs hängen nach offiziellen Angaben von den Feierlichkeiten ab. Für das Karnevalswochenende rechnen die Hotels in der Metropole dieses Jahr mit einer Auslastung von 85 Prozent.

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