Ghosn-Anwalt «völlig überrascht» von Ausreise in den Libanon

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Japan,

Der Hauptanwalt des früheren Renault-Nissan-Chefs Carlos Ghosn hat sich «völlig überrascht» von der Nachricht der plötzlichen Ausreise seines Mandanten aus Japan gezeigt.

Ghosn-Anwalt Hironaka
Ghosn-Anwalt Hironaka - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Jurist nach eigenen Angaben ohne Kontakt zu seinem Mandanten.

«Wir wurden davon völlig überrascht, ich bin sprachlos», sagte Junichiro Hironaka am Dienstag vor Journalisten in Tokio. Die Anwälte seien noch immer im Besitz von Ghosns Pässen.

Er habe keinen Kontakt zu Ghosn und wisse auch nicht, wie er ihn nun erreichen könne, sagte Hironaka. Er wisse nicht, «wie es nun weitergehen soll».

Gegen Ghosn wird in Japan wegen Vorwürfen des finanziellen Fehlverhaltens ermittelt. Er sass rund vier Monate in Haft, war aber im Frühjahr unter strikten Auflagen aus der Haft entlassen worden. Für das kommende Frühjahr war der Beginn seines Prozesses in Japan angesetzt.

Am Montag wurde bekannt, dass Ghosn in den Libanon reiste. Ghosn bestätigte am Dienstag Angaben aus libanesischen Regierungs- und Sicherheitskreisen, dass er sich im Libanon aufhält. Er erklärte in einem schriftlichen Statement, dass er vor der «Ungerechtigkeit und politischer Verfolgung» in Japan geflüchtet sei. Er werde nun nicht mehr von dem «manipulierten japanischen Justizsystem als Geisel gehalten». Zu den genaueren Umständen seiner spektakulären Ausreise äusserte sich der frühere Spitzenmanager der Autobranche nicht.

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