Japan protestiert gegen Putins Besuch auf Kurilen-Insel
Japan protestiert scharf gegen Putins Besuch auf Iturup. Die umstrittene Kurilen-Insel steht seit Jahrzehnten im Zentrum des Territorialstreits.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat erstmals die umstrittene Kurilen-Insel Iturup besucht. Wie die «Swissinfo» berichtet, besichtigte er dort eine Fischfabrik, ein Spital und eine Schule.
Iturup gehört zu den vier südlichsten Kurilen-Inseln, die Russland und Japan beanspruchen. Die Insel steht derzeit unter russischer Verwaltung, berichtet das «RND».
Die japanische Regierung reagierte mit einem scharfen Protest gegen Putins Besuch auf Iturup. Das Aussenministerium in Tokio bezeichnete die sogenannten Nördlichen Territorien als ureigenes japanisches Staatsgebiet, wie die «Swissinfo» schreibt.
Japan empört über Putins Besuch auf Iturup
Japans Aussenminister Toshimitsu Motegi erklärte, die Regierung protestiere mit Nachdruck gegen Putins Reise. Die Nördlichen Territorien seien historisch und völkerrechtlich Bestandteil Japans, so die «Euronews».
Der Besuch erfolgte nach Putins Aufenthalt auf der nahe gelegenen russischen Insel Sachalin. Dort leitete er eine Sitzung zur Sicherheit an Russlands Ostgrenzen.
Der Konflikt um die Inseln belastet die Beziehungen zwischen Japan und Russland seit Jahrzehnten. Die Sowjetunion übernahm die strategisch gelegene Inselgruppe am Ende des Zweiten Weltkriegs, berichtet das «RND».
Kurilen-Streit: Vier Inseln stehen im Zentrum des Konflikts
Die vier umstrittenen Inseln heissen auf Russisch Kunashir, Habomai, Schikotan und Iturup. In Japan werden sie Kunashiri, Habomai, Schikotan und Etorofu genannt.
Die Sowjetunion erklärte Japan erst am 8. August 1945 den Krieg und übernahm die Inseln anschliessend. Nach der Besetzung wurden die damals rund 17'000 japanischen Bewohner deportiert, schreibt die «Euronews».
Die Kurilen erstrecken sich zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und Hokkaido. Die Inselkette trennt das Ochotskische Meer vom Pazifik und ist für Russland militärisch bedeutsam.
Kurilen-Streit zwischen Japan und Russland bleibt ungelöst
Neben ihrer strategischen Lage sind die Inseln wegen ihrer Fischgründe und Bodenschätze wichtig. Auf den vier umstrittenen Inseln leben rund 20'000 russische Staatsbürger.
Mehrfach nahmen Tokio und Moskau Gespräche über eine Lösung des Territorialstreits auf. Dennoch gibt es bis heute keinen Friedensvertrag zwischen beiden Staaten, wie die «Swissinfo» berichtet.

Bereits 2010 besuchte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew als erster Kremlchef das umstrittene Gebiet. Später kehrte er als Ministerpräsident unter Putin mehrfach auf die Inseln zurück.












