Japans Wirtschaft wächst schwächer als erwartet
Die japanische Wirtschaft ist im zweiten Quartal trotz des Kriegs im Nahen Osten weiter gewachsen. Das Wachstum fiel allerdings schwächer aus als erwartet und wurde vor allem von einem Rückgang der Importe gestützt.

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) legte von April bis Juni gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent zu, wie die Regierung am Montag mitteilte. Auf das Jahr hochgerechnet entspricht dies einem Plus von 1,1 Prozent. Ökonomen hatten mit 0,5 beziehungsweise annualisiert 2,0 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um 0,5 Prozent gewachsen.
Die Details zeichneten ein eher verhaltenes Bild. Die privaten Konsumausgaben stagnierten angesichts der hohen Lebenshaltungskosten. Die Unternehmensinvestitionen gingen um 1,2 Prozent zurück. Gestützt wurde das BIP dagegen durch den Aussenhandel.
Ölimporte gingen zurück
Dabei spielte auch der Konflikt im Nahen Osten eine Rolle. Wegen der Probleme beim Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus gingen die Ölimporte zurück. Das Wachstum sei nicht auf eine starke Konjunktur, sondern auf rückläufige Importe zurückzuführen, sagte Ökonom Taro Saito vom Forschungsinstitut NLI.
Unterstützung kam zudem von den Exporten. Diese waren im Juni gegenüber dem Vorjahr um 19,3 Prozent gestiegen. Neben der Nachfrage nach Ausrüstung für die Halbleiterindustrie hilft den japanischen Exporteuren der schwache Yen, der ihre Waren im Ausland günstiger macht.
Inflationsdruck
Für die Bevölkerung hat die schwache Währung dagegen Nachteile, weil sie Importe verteuert. Zusammen mit den gestiegenen Energiepreisen hält dies den Inflationsdruck hoch. Die Kerninflation stieg im Juni auf 1,6 Prozent.
Damit bleibt auch die weitere Geldpolitik der Bank of Japan im Fokus. Die Notenbank hatte ihren Leitzins im Juni auf 1 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahrzehnten angehoben. Ende Juli hielt sie still.
Experten rechnen angesichts der Inflation und des schwachen Yen grundsätzlich mit weiteren Zinserhöhungen. Die schwachen Konsum- und Investitionsdaten sprechen allerdings gegen einen raschen nächsten Schritt bereits im September.










