Die Vorwürfe gegen die ehemalige ukrainische Menschenrechtsbeauftragten des Parlaments, Ljudmyla Denissowa, beschäftigen die Ukraine weiterhin.
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Der Fall von Ljudmyla Denissowa beschäftigt die Ukraine weiter. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ljudmyla Denissowa wird vorgeworfen, Fälle von Kindesvergewaltigungen erfunden zu haben.
  • Aufgrund dessen wurde sie aus demAmt als Menschenrechtsbeauftragte der Ukraine entlassen.

Auch einen Monat nach der Entlassung der ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten des Parlaments, Ljudmyla Denissowa, beschäftigt der Fall die Ukraine weiter. Ihr wird vorgeworfen, Schilderungen über Vergewaltigungen durch russische Soldaten ausgeschmückt zu haben.

Die Zeitung «Ukrajinska Prawda» veröffentlichte am Montag eine ausführliche Recherche, um «Transparenz zu schaffen.» Sie wollten zeigen, dass Denissowas Vorgehen «schändlich für die Ukraine» sei. «Dieses Material stellt die Tatsache nicht in Frage, dass Russen in der Ukraine Vergewaltigungen begehen», betonte die Autorin. «Aber falsche Geschichten darüber werden dem Feind nur in die Hände spielen.»

Denissowa war Ende Mai - nach mehr als vier Jahren im Amt - als Menschenrechtsbeauftragte entlassen worden. Der 61-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, angebliche Fälle von Kindesvergewaltigungen erfunden zu haben.

Denissowa wollte Druck auf Russland erhöhen

Ihre Schilderungen soll sie zuweilen nicht auf Beweise, sondern auf Gespräche mit ihrer Tochter gestützt haben. Die stellte sie zudem als Psychologin für eine Hotline für Vergewaltigungsopfer ein, wie nun auch die «Ukrajinska Prawda» schildert.

In einem Interview mit dem Portal LB.ua sagte Denissowa bereits vor Wochen, sie habe versucht, die Europäer zu mehr Druck auf Russland zu bewegen: «Ich habe diese schrecklichen Dinge erzählt, um sie irgendwie dazu zu bringen, die Entscheidungen zu treffen, die für die Ukraine und das ukrainische Volk notwendig waren.»

Die «Ukrajinska Prawda» kritisierte das am Montag und betonte, dass die Ukraine auf der Seite der Wahrheit kämpfe. «Wir müssen die Russen nicht noch mehr verteufeln», heisst es am Ende des Artikels. «Sie selbst haben diese Aufgabe bereits gemeistert.»

Zahlreiche ukrainische Frauen haben seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen ihr Land vor vier Monaten über Vergewaltigungen und andere Formen sexualisierter Gewalt durch russische Soldaten berichtet. Einige dieser Fälle sind bereits durch internationale Menschenrechtler dokumentiert.

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