Kazuo Inamori, einer der einflussreichsten Unternehmer der Welt, ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Der Japaner galt als moralische Instanz.
Kazuo Inamori
Der japanische Unternehmer und Kyocera-Gründer Kazuo Inamori ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Er war einer der einflussreichsten Manager der Welt. (Archivbild) - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Kazuo Inamori ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
  • Der Unternehmer gilt als einer der einflussreichsten Manager der Welt.
  • «Führung durch Vorbild» ist einer der Leitsätze, die der umtriebige Japaner geprägt hat.

Kazuo Inamori, Gründer des japanischen Technologie-Konzerns Kyocera und einer der einflussreichsten Manager Asiens, ist im Alter von 90 Jahren gestorben. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt.

Inamori gelang unter anderem eine der spektakulärsten Sanierungen der japanischen Wirtschaftsgeschichte: Er übernahm 2010 nach dem Insolvenzantrag von Japan Airlines (JAL) auf Bitten der Regierung das Steuer. Innerhalb von nicht einmal drei Jahren machte er das Unternehmen zu einer der profitabelsten Fluggesellschaften der Welt.

Kazuo Inamori
Der japanische Unternehmer prägte die japanische Wirtschaft nachhaltig. Er setzte sich für eine ethische Form der Unternehmenführung ein und galt in Japan als moralische Instanz. (Archivbild) - Keystone

«Führung durch Vorbild» war einer der Leitsätze Inamoris. Für den Unternehmer gehörte dazu vor allem Bescheidenheit. Der spätere Milliardär hatte aus seiner auf feinkeramische Werkstoffe spezialisierten Firma eines der erfolgreichsten Unternehmen Japans gemacht.

Mit einem Startkapital von umgerechnet 18'500 Franken gelang ihm dieses Vorhaben. Seine Bücher über Managementphilosophie sind weltbekannt. Jeder Kyocera-Mitarbeiter trägt Inamoris Grundsätze als Büchlein bei sich.

Inamori lehrte eine ethische Form der Unternehmensführung

Der Vorzeige-Unternehmer gründete Managementschulen, die eine ethische Form der Unternehmensführung lehren. In Japan war Inamori eine moralische Instanz. «Die meisten MBA-Schulen lehren, wie man kurzfristig den grössten Profit erwirtschaftet. Meine Philosophie ist auf nachhaltigen Erfolg angelegt, der auch für die Öffentlichkeit Wert schafft», erklärte er einmal in einem Interview.

Japans Regierung liess 2010 mit JAL zum ersten Mal einen renommierten Grosskonzern in die Insolvenz gehen: Damit der Konzern saniert werden konnte. Zu diesem Zweck kam Inamori zu Hilfe. Es war eine der grössten Pleiten der japanischen Geschichte und erschütterte die gesamte Branche.

Inamori strich 16'000 Stellen oder rund ein Drittel der Belegschaft, stellte unprofitable Flugstrecken ein und musterte spritfressende Grossflugzeuge aus. Dank des Managers kehrte JAL an die Börse zurück.

Inamori war der Begründer des Kyoto-Preises

Der aus einfachen Verhältnissen stammende Selfmademan war Buddhist. Er trat nach Abgabe der Konzernführung für eine Zeit lang als Mönch in einen Tempel in Kyoto ein. 1984 gründete Inamori aus seinem Privatvermögen eine Stiftung.

Diese verleiht alljährlich den Kyoto-Preis – neben dem Nobelpreis eine der höchsten Auszeichnungen für Verdienste um Wissenschaft und Kultur weltweit. Sie wird in den Sparten Kunst und Philosophie, Hochtechnologie sowie Grundlagenforschung vergeben.

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