Dutzende Festnahmen bei Protesten gegen Netanjahu in Israel

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Israel,

    In Jerusalem versammelten sich mehrere Personen, um gegen den Ministerpräsidenten Netanjahu zu demonstrieren. Dabei wurden 50 Personen vorläufig festgenommen.

    Anti-Netanyahu protest in Jerusalem
    Die israelische Polizei verhaftet am 14. Juli 2020 Demonstranten während einer Demonstration gegen die Korruptionsvorwürfe gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu vor seinem Wohnsitz in Jerusalem, Israel. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Bei einer Demonstration in Israel wurden 50 Personen festgenommen.
    • Die Proteste richteten sich gegen Ministerpräsident Netanjahu.
    • Dieser wird unter anderem für seine Politik während der Coronakrise kritisiert.

    Die israelische Polizei hat bei Protesten gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem 50 Menschen festgenommen. Sie würden verdächtigt, an Störaktionen und Angriffen auf Beamte und Journalisten beteiligt gewesen zu sein. Dies teilte die Polizei am frühen Mittwochmorgen mit.

    Tausende Demonstranten hatten den wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagten Netanjahu am Dienstagabend zum Rücktritt aufgefordert. Sie versammelten sich vor der Residenz des 70 Jahre alten Regierungschefs in Jerusalem. Die Demonstranten trugen dabei Fackeln und versuchten auch, Polizeibarrikaden niederzureissen, wie ein Video des israelischen Senders Kan zeigte. Die Polizei setzte mindestens einen Wasserwerfer ein.

    Massive Kritik an Netanjahu

    Bei dem Verfahren gegen Netanjahu geht es um drei Fälle. Er wird unter anderem verdächtigt, als Kommunikationsminister dem Telekom-Riesen Bezeq Vergünstigungen gewährt zu haben. Im Gegenzug soll das zum Konzern gehörende Medium «Walla» positiv über Netanjahu berichtet haben. Netanjahu streitet alle Vorwürfe ab und wirft Polizei und Staatsanwaltschaft vor, sie hätten die Anklage gegen ihn «fabriziert».

    Proteste in Israel
    Aktivisten einer Anti-Korruptionsbewegung halten ein Banner mit der Aufschrift «Verbrechensminister», während eines Protests gegen die neuen Gesetze, die von der Regierung des israelischen Premierministers Netanjahu durchgesetzt werden. - dpa

    Der Ministerpräsident steht derzeit auch wegen seines Handelns in der Corona-Krise massiv in der Kritik. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. Die täglichen Neuinfektionen lagen in den vergangenen Tagen etwa dreimal so hoch wie in Deutschland. Zum Vergleich: Deutschland hat neun Mal so viel Einwohner wie Israel.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Donald Trump
    104 Interaktionen
    «Mehr Weisse getötet»
    tel aviv
    10 Interaktionen
    Gegen Corona-Politik
    coronavirus
    62 Interaktionen
    Höchststand

    MEHR IN NEWS

    Proteste
    4 Interaktionen
    Rom
    3 Interaktionen
    Klare Wahl
    Frankreich
    6 Interaktionen
    Paris/Limoges

    MEHR AUS ISRAEL

    netanjahu
    8 Interaktionen
    Berichte
    Netanjahu
    Ramallah/Tel Aviv
    Israel
    21 Interaktionen
    Tel Aviv/Berlin