Hamas

    Deshalb macht Hamas Show aus Geisel-Freilassung

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    Palestina,

    Die Hamas macht aus den Geiselfreilassungen gut orchestrierte Shows. Damit und mit Patrouillen will sie zeigen, dass sie Kontrolle über den Gazastreifen hat.

    Hamas
    Die Hamas demonstriert, dass sie wieder die Kontrolle im Gazastreifen übernommen hat. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Hamas demonstriert mit Kämpfern, Patrouillen und Geisel-Shows, dass sie Kontrolle hat.
    • Damit wolle sich auch zeigen, dass sie Teil der Zukunft des Gazastreifens sein müsse.
    • Israel aber pocht weiter auf die Erreichung der Kriegsziele.

    Bereits vier Geiselübergaben hat es seit Beginn des Waffenstillstands gegeben. Von Mal zu Mal wurden sie professioneller, organisierter und besser orchestriert. Dahinter steckt ein Ziel der Hamas.

    Bereits kurz nachdem Israel seine Angriffe auf den Gazastreifen eingestellt hat, patrouillierten wieder uniformierte Hamas-Kämpfer und -Polizisten auf den Strassen. Die Behörden nahmen wieder ihre Arbeit auf.

    Die Freilassung der ersten drei Geiseln folgte und verlief eher chaotisch. Bewaffnete Hamas-Mitglieder versuchten, die Menschenmenge von den Wagen des Roten Kreuzes fernzuhalten, die Video-Aufnahmen sind verwackelt, Fotos gibt es kaum.

    Sechs Tage später liess die Terrormiliz vier weitere Geiseln fest. Und diesmal war es organisiert: Die Israelis wurden auf eine Bühne geführt, Hamas-Kämpfer standen in Reih und Glied, Mitglieder des Roten Kreuzes unterzeichneten Dokumente. Die Freigelassenen erhielten eine Tüte unter anderem mit einer Urkunde.

    Auch bei der dritten und vierten Übergabe von Geiseln wurde eine grosse Show inszeniert. Die Urkunden wurden teils gar eingerahmt. Auch achtete die Hamas auf den Hintergrund und hielt die Shows an verschiedenen Orten ab.

    Hamas blendet Zerstörung

    Damit will sie laut israelischen Medien zeigen, dass sie wieder den gesamten Gazastreifen kontrolliert. Vor dem Waffenstillstand waren sie in den zentralen Teil zurückgedrängt worden. Zudem werden die Häuserruinen nicht mehr gezeigt.

    Die Hamas versucht damit, den Sieg im Krieg zu vermitteln. Sie zeigt, dass sie wieder an der Macht ist und alles unter Kontrolle hat. Die schwierigen Monate und Jahre des Wiederaufbaus werden ausgeblendet.

    hamas
    Der Fokus der Hamas liegt auf der Bühne mit dem Poster dahinter. Die Zerstörung will die Gruppe bestmöglich ausblenden. - keystone

    Mit den bewaffneten und in sauberen Uniformen gekleideten Kämpfern versucht sie, ihre Macht zu unterstreichen und die Verluste zu kaschieren. Viele der Männer sollen aber neue Rekruten sein, die erste vor kurzem beigetreten sind. Zudem handelt es sich bei den Waffen um einfache Gewehre, grosse Teile der schweren Waffen wurden zerstört.

    Der Analyst Ibrahim Madhoun sagt gegenüber der «New York Times»: «Die Botschaft lautet, dass die Hamas der ‹Tag nach dem Krieg› sei.» Die Gruppe vermittle, dass sie Teil der Zukunft des Gazastreifens sein oder dass zumindest mit ihr koordiniert werden müsse.

    Experte: Machtdemonstration widerspiegelt auch die Realität

    Israel dürfte damit aber nicht einverstanden sein, pocht weiter auf das ursprüngliche Kriegsziel, die Hamas zu zerstören. Aussenminister Gideon Saar sagte, die Hamas sei eine Gefahr für Israel. Man werde keinem dauerhaften Waffenstillstand zustimmen, der die Gruppe an der Macht vorsehe. «Wir sind entschlossen, die Ziele des Krieges zu erreichen.»

    Glaubst du, dass der Gaza-Krieg bald enden wird?

    Ali Jarbawi, Politikwissenschaftler an der Universität in Bir Zait im Westjordanland, sagt, die Paraden seien nicht blosse Machtdemonstrationen. Sie widerspiegelten auch die Realität: «Die Hamas war schon vor dem Krieg dort und ist auch jetzt dort.»

    Der aktuelle Waffenstillstand gilt noch bis am 1. März. Ab kommender Woche wird über die zweite Phase und einen möglichen dauerhaften Waffenstillstand verhandelt. Israel hat sich bislang aber immer die Möglichkeit vorbehalten, die Kriegsaktivitäten wieder aufzunehmen.

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    Kommentare

    User #5077 (nicht angemeldet)

    Freiheit für Palästina

    User #4808 (nicht angemeldet)

    Rentner Paul 1 . Beide Seiten sind doch Kriegstreiber . Die Einen haben Bomben , die Anderen Tunnels , dafür als Dank ein Streifen ohne Infrastruktur . Was soll aus den vielen unschuldigen Kindern einmal werden ? Wieder Kämpfer ? Die Spirale der Gewalt muss doch endlich ein Ende finden ! Dann sollte Israel mit der Siedlungspolitik auf dem Palästinergebiet endlich aufhören . Das ist der Zankapfel der Feinseligkeiten ! Aber wieso schweigt die Weltgemeinschaft ausserhalb Palästina ? Ganz einfach , da lässt sich keine Bodenschätze und Gewinne reinholen , so einfach klingt es !

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