Irans Aussenminister: System besteht trotz gezielter Tötungen weiter

Vor bald zwei Wochen griffen die USA und Israel den Iran an, der grossflächig zurückschlug. Die für den Öl-Handel wichtige Strasse von Hormus ist blockiert.

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Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hält das politische System seines Landes im Krieg weiterhin für überlebensfähig. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA und Israel greifen weiterhin Ziele im Iran und Libanon an.
  • Der Iran schlägt zurück und bombardiert auch die Golfstaaten.
  • Wegen der Eskalation im Nahen Osten sind die Benzin-Preise stark angestiegen.

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich weiter zu: Nach Angriffen Israels und der USA auf Ziele im Iran reagiert Teheran mit Gegenschlägen und Drohungen gegen Schifffahrt und Militärbasen in der Region. Besonders die Seeschlacht um die wichtige Handelsroute, die «Strasse von Hormus», verschärft sich.

Weltweit machen sich Regierungen derweil vor allem besonders um den weiterhin hohen Ölpreis grosse Sorgen. US-Präsident Donald Trump hat schon mehrfach versucht, einen Einfluss darauf zu nehmen und ein baldiges Kriegsende erwähnt, doch konkrete politische Ziele der USA bleiben unklar.

Änderst du wegen des Iran-Krieges deine Reisepläne?

Am Dienstag gab Israel ausserdem die Tötung des iranischen Spitzenfunktionärs Ali Laridschani bekannt. Experten warnen, dass mit ihm eine zentrale Vermittlerfigur weggefallen ist und der Krieg dadurch länger dauern könnte.

Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine neue Entwicklung:

Mehrere Tote und Dutzende Verletzte bei Angriff im Iran

10.01: Bei einem israelisch-amerikanischen Angriff sind nach Angaben aus dem Iran mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. 56 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim.

Der Luftangriff traf ein Wohngebiet der westlichen Stadt Dorud, wie es in dem Bericht unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Lorestan hiess.

Irans Aussenminister: System besteht trotz gezielter Tötungen weiter

09.50: Irans Aussenminister Abbas Araghtschi hält das politische System seines Landes im Krieg weiterhin für überlebensfähig. Dabei spiele auch die gezielte Tötung von Führungspersonen keine Rolle.

Das sagte Araghtschi dem Nachrichtensender Al Jazeera in einem heute veröffentlichten Interview. «Die An- oder Abwesenheit einer einzelnen Person hat keinen Einfluss auf die Struktur. (...) Entscheidend ist, dass das politische System im Iran eine sehr solide Struktur ist.»

Abbas Araghtschi
Abbas Araghtschi, Aussenminister des Iran, aufgenommen am Rande der 79. Generaldebatte der UN-Vollversammlung. - keystone

Das sei auch der Fall gewesen nach der Tötung des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei durch einen israelischen Luftangriff in Teheran, sagte Araghtschi. «Sogar der Anführer wurde getötet. Aber das System arbeitete weiter und sorgte sofort für Ersatz. So wird es auch sein, wenn jemand anders getötet wird.»

Auch im Fall, dass der Aussenminister getötet würde – also er selbst -, stünde jemand anderes bereit, um den Posten einzunehmen, sagte Araghtschi.

Bundesökonomen erwarten wegen Ölpreisschub leicht tieferes Wachstum

09.15: Die Schweizer Wirtschaft dürfte sich laut den Ökonomen des Bundes etwas schlechter entwickeln als bislang erwartet. Der Grund ist die Ölpreisexplosion.

Für 2026 prognostiziert die Expertengruppe des Bundes neu ein Wachstum des realen Bruttoinlandproduktes (BIP, sporteventbereinigt) von 1,0 Prozent nach bislang 1,1 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Mittwoch mitteilte. Dies sei ein unterdurchschnittlicher Wert.

Wegen des Irankriegs habe die Expertengruppe ihre Annahmen für die durchschnittlichen Erdölpreise erhöht, so das Communiqué. Dies werde 2026 zu einer etwas höheren Inflation von +0,4 Prozent führen als bisher erwartet (+0,2%). Und die Dynamik der Konsumausgaben schwäche sich voraussichtlich ab. Ausserdem bremse das gedämpfte globale Wachstum und der starke Franken die Exportwirtschaft – was wiederum zu tiefen Investitionen führe.

smi börse
Ein Mann betrachtet Börsenkurse. (Symbolbild) - keystone

Für 2027 sei dann mit einer moderaten Beschleunigung der globalen Wirtschaft zu rechnen, heisst es weiter. Insbesondere Deutschland werde sich allmählich von der aktuellen Schwächephase erholen, was die Schweizer Wirtschaft stütze. Konkret sagen die Seco-Experten für 2027 ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent voraus.

Sie betonen allerdings, dass die Risiken gross seien. Wegen des Irankriegs, aber nach wie vor auch wegen Donald Trumps Zollpolitik. Die aktuelle Prognose basiere auf der Annahme, dass die US-Importzölle auf dem aktuellen Niveau bleiben.

«Luxus-Krieg»: Deshalb ist Unterstützung für Iran-Krieg in Israel so gross

09.03: Letzte Woche sorgte der israelische Psychoanalytiker Yoram Yovell für Aufsehen, als er im israelischen Fernsehen auftrat und mitten in einem Gespräch über den Iran-Krieg folgende Aussage machte: «Die Luftwaffe, die Piloten und das Heimatfrontkommando bescheren euch einen Luxus-Krieg. Sagt Danke, um Gottes willen!» Das sagte er auf Channel 12 im israelischen TV.

Die letzten 18 Tage waren laut der «Times of Israel» in Israel nicht einfach. Bis zum frühen Mittwochmorgen sind in Israel 14 Menschen durch iranische Raketenangriffe ums Leben gekommen. Täglich ertönt in vielen Teilen des Landes der Raketenalarm.

tel aviv
Menschen suchen Zuflucht in einer Tiefgarage, während in der ganzen Stadt Sirenen heulen, die vor anfliegenden Raketen warnen, in der Nähe des Strandes in Tel Aviv, Israel, am 16. März 2026. - keystone

Laut der Zeitung hat eine Umfrage des Israel Democracy Institute, die am dritten und vierten Tag des Krieges durchgeführt wurde, ergeben, dass insgesamt 82 Prozent der Israelis, den US-israelischen Krieg gegen den Iran unterstützen.

In der zweiten Umfrage des Instituts, die etwa eine Woche später durchgeführt wurde, lagen die Zahlen bei 81 Prozent. Die allgemeine Unterstützung bleibt also stabil.

Warum ist das so? Laut der israelischen Zeitung, die sich auf Meinungsforscher bezieht, liegt es an dem, was Yovell gesagt hat. Die meisten Israelis betrachten den Iran als dringende, existenzielle Bedrohung.

Deshalb wird von ihnen verlangt, einen «Luxus-Krieg» zu ertragen. Also einen Krieg, bei dem das Risiko von Opfern gering ist und das Leben grösstenteils, wenn nicht sogar vollständig, wie gewohnt weitergehen kann.

israel
Am Mittwoch, dem 18. März 2026, schossen aus dem Iran abgefeuerte Raketen über den Himmel über Zentralisrael. - keystone

«Insgesamt ist die wirtschaftliche Lage ja gut, und es gibt ein Unterstützungssystem», sagte Tamar Hermann, wissenschaftliche Leiterin beim Israel Democracy Institute, gegenüber «The Times of Israel».

Und weiter: «Das Gesundheitssystem funktioniert, nur das Bildungssystem nicht. Aber die Geschäfte sind voll mit Lebensmitteln. Der öffentliche Nahverkehr funktioniert.»

Iran richtet mutmasslichen Mossad-Spion hin

07.47: Irans Justiz hat einen mutmasslichen Spion für den israelischen Geheimdienst Mossad hinrichten lassen. Das Todesurteil sei am Morgen vollstreckt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Mann sei im vergangenen Jahr während des Zwölftagekriegs in einer ländlichen Region westlich der Hauptstadt Teheran festgenommen worden.

Bei der Festnahme seien eine grosse Menge Bargeld sowie Spionage- und Satellitentelefone gefunden worden, hiess es bei Tasnim weiter. Dem Mann wurde vorgeworfen, Bilder und Informationen über sensible Anlagen an den Mossad übermittelt zu haben.

Iran Flagge
Die Iranische Flagge weht vor der Botschaft der Islamischen Republik Iran in Berlin. (Symbolbild) - keystone

Angeworben sei er ursprünglich durch einen Führungsoffizier in Schweden. Es habe auch ein Treffen in Berlin stattgefunden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren.

In den vergangenen Monaten wurden bereits mehrere Männer hingerichtet, denen Irans Justiz eine Verbindung zum israelischen Geheimdienst vorwirft. Israel hatte im Juni 2025 zwölf Tage lang Krieg gegen den Iran geführt und gemeinsam mit den USA zentrale Atomanlagen bombardiert.

Irans Justiz klagte nach dem Krieg viele Männer wegen mutmasslicher Spionage für Israel an oder verurteilte sie zum Tode. Mehr als zehn Menschen wurden in diesem Zusammenhang bereits exekutiert.

Israelische Rakete bringt Hochhaus in Beirut zum Einsturz

06.57: Bei israelischen Luftangriffen in der Hauptstadt Beirut sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 6 Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden.

Am frühen Mittwochmorgen erschütterte eine Explosion das Stadtviertel Baschura: Laut einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur wurde ein Hochhaus getroffen und komplett in Trümmer gelegt. Zuvor hatte Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen.

beirut
Ein Gebäude stürzt ein, nach einem israelischen Angriff im Zentrum von Beirut, Libanon, am Mittwoch, 18. März 2026. - keystone

Staatlichen Medien zufolge traf ein Angriff eine Wohnung im Stadtzentrum, unweit der kürzlich vom israelischen Militär attackierten Filiale eines Finanzinstituts der Hisbollah-Miliz.

Weitere Geschosse schlugen Medienberichten zufolge im ebenfalls zentral gelegenen Viertel Basta ein. Anwohner berichteten von mehreren deutlich vernehmbaren Explosionen. Alle am Mittwochmorgen getroffenen Gebiete liegen in der Nähe libanesischer Regierungsgebäude wie dem Finanzministerium und dem Amtssitz des Premierministers.

In der Nacht hatte die mit dem Iran verbündeten Hisbollah erneut Dutzende Raketen auf den Norden des Nachbarlands Israel abgefeuert. Ausgelöst worden waren die Gefechte durch die israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran vor knapp drei Wochen. Seither herrscht Krieg in der Region.

Iran rächt Laridschani und feuert mit Streumunition

05.30: Der Iran soll Tel Aviv mit Streubomben angegriffen haben – dies als Vergeltungsmassnahme für den Tod des iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani, wie das iranische Staatsfernsehen berichtet.

Israel erklärte bereits, dass der Iran wiederholt Raketen mit Streumunition einsetze, die sich in der Luft in mehrere kleinere Sprengkörper aufteilen und sich über ein weites Gebiet verteilen, was ihre Abfangung erschwert.

Iran Krieg
Der Iran hat Israel mit Streubomben angegriffen, die sich in der Luft in mehrere kleinere Sprengkörper aufteilen und sich über ein weites Gebiet verteilen, was ihre Abfangung erschwert. - Keystone

Bei dem nächtlichen Angriff auf dicht besiedeltes Gebiet in Tel Aviv sind zwei Menschen getötet und weitere verletzt worden. Am Ort des tödlichen Einschlags in Ramat Gan bot sich den Rettungskräften laut Berichten ein Bild der Zerstörung.

Saudi-Arabien lädt Aussenminister zu Beratungen ein

04.57: Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat Saudi-Arabien Aussenminister arabischer und islamischer Staaten zu neuen Beratungen eingeladen. Bei dem Treffen heute Abend in der Hauptstadt Riad gehe es darum, sich gemeinsam um die Förderung von Sicherheit und Stabilität in der Region zu bemühen, teilte das Aussenministerium mit. Einzelheiten zu den eingeladenen Staaten oder eine Gesamtzahl erwarteter Minister wurden nicht genannt.

Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele im Südlibanon

04.39: Die israelische Luftwaffe greift nach eigenen Angaben erneut Ziele im Süden des Libanons an. Die Angriffe gelten der Infrastruktur der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah, wie das Militär mitteilte.

Israel Armee
Israels Luftwaffe fliegt regelmässig Angriffe auf den Libanon. - Keystone

Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte Bürger in der südlibanesischen Stadt Tyros zur Flucht aufgefordert, nachdem laut Armeeangaben Raketen aus der Region auf Israel abgefeuert worden waren.

USA setzen Bunkerbrecher gegen Stellungen an Strasse von Hormus ein

04.30: Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Strasse von Hormus anzugreifen.

B-2 Bomber
Die B-2 Bomber sind die einzigen Flugzeuge, die bunkerbrechende Bomben transportieren können. - keystone

«Mehrere» der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien «erfolgreich eingesetzt» worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit.

Iranische Rakete nahe Militärflugplatz in den Emiraten eingeschlagen

03.52: Eine iranische Rakete ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Nähe eines Luftwaffenstützpunktes eingeschlagen. Der Flugplatz Minhad südöstlich von Dubai wird unter anderem von der australischen Luftwaffe genutzt.

Bei dem Angriff seien keine australischen Soldaten verletzt worden, sagte Premierminister Anthony Albanese vor Journalisten. Die Rakete habe eine Zufahrtsstrasse getroffen, zitierten ihn australische Medien weiter.

Durch einen von der Rakete verursachten Brand habe es auf dem Stützpunkt lediglich geringfügigem Schaden an Unterkünften und einer medizinischen Einrichtung gegeben, sagte Albanese demnach weiter.

In Saudi-Arabien fing das Militär nahe dem Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan eine ballistische Rakete ab. Teile des Geschosses seien in der Umgebung des auch von den US-Streitkräften genutzten Stützpunktes niedergegangen, ohne Schäden zu verursachen. Auch die kuwaitische Luftabwehr schoss nach eigenen Angaben mehrere Raketen und Drohnen ab.

Geschoss auf Gelände von iranischem Atomkraftwerk eingeschlagen

02.36: Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr nach Angaben aus Teheran ein Geschoss eingeschlagen.

Bei dem Vorfall sei das Kraftwerk nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden.

Israel Iran
Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr nach Angaben aus Teheran ein Geschoss eingeschlagen. - keystone

Zwei Tote bei iranischem Raketenangriff auf Israel

00.36: Bei einem iranischen Raketenangriff sind in Israel Medienberichten zufolge mindestens zwei Menschen getötet worden. Sie wurden bei einer Attacke in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv schwer verwundet und erlagen wenig später ihren Verletzungen, wie die Zeitungen «Haaretz» und «Times of Israel» übereinstimmend berichteten.

Sie beriefen sich dabei auf den Rettungsdienst Magen David Adom. In Bnei Berak und Petach Tikwa östlich von Tel Aviv seien zwei weitere Menschen leicht verletzt worden.

Das israelische Militär teilte mit, es seien an mehreren Stellen im Zentrum des Landes Einschläge gemeldet worden. Es forderte die Bevölkerung auf, sich von diesen Orten fernzuhalten. Auf einem Video waren Schäden am Bahnhof Savidor in Tel Aviv zu sehen.

Kommentare

Medicine-1

Wäre trump im wahlkampf ehrlich gewesen und er hätte gesagt: Wenn ihr mich wählt will ich grönland, kanada venezuela annektieren, den iran ohne konkrete kriegsziele angreifen und mich mit der ganzen welt verkrachen. Wäre die 🍊 gewählt worden😅?

User #6393 (nicht angemeldet)

Umfrage änderst du deine Reisepläne …… Die wo dan in Dubai und in diesen Region stranden sind dann die erste die heulen die Schweiz muss uns heimholen hoffe das solche jeden Cent selber zahlen müssen

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