Dalai Lama

    Dalai Lama für «Zungen»-Entschuldigung in Kritik

    Etienne Sticher
    Etienne Sticher

    China,

    Nach dem Zungen-Vorfall entschuldigt sich der Dalai Lama. Dafür erntet er noch mehr Kritik, er sollte wie alle anderen auch bestraft werden.

    Für dieses Video und für die Entschuldigung für den Vorfall wird der Dalai Lama stark kritisiert.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Dalai Lama bat einen Jungen, seine Zunge zu lecken und entschuldigt sich dafür.
    • Im Internet kommt das Statement nicht gut an, ein wichtiger Teil werde dort ausgelassen.
    • Ihm wird vorgeworfen, keine Verantwortung für sein Verhalten zu übernehmen.

    Der Dalai Lama bat einen Jungen nach einem Kuss auf den Mund, seine Zunge zu lecken. Dafür streckt das geistliche Oberhaupt der Tibeter seine Zunge raus. Das Video davon ging viral und löste viel Kritik aus.

    Der 87-Jährige reagierte darauf und veröffentlichte eine Entschuldigung: Der Junge habe nach einer Umarmung gefragt, schreibt der Dalai Lama. «Seine Heiligkeit neckt oft Leute, die er trifft, auf eine unschuldige und verspielte Art. Sogar in der Öffentlichkeit und vor Kameras.» Er bedaure den Vorfall.

    Doch damit kann er die erzürnten Menschen im Internet nicht beruhigen, es gibt noch mehr Kritik. Der Junge habe nach einer Umarmung gefragt, der Dalai Lama nach dem Lecken der Zunge. «Weshalb fehlt das in der ‹Entschuldigung›?» Es sei nicht «unschuldig und verspielt», einem Kind zu sagen, es solle an seiner Zunge lutschen, wird die Entschuldigung kommentiert.

    Das Statement sei «inakzeptabel, unsympathisch und unbarmherzig», wird auf Twitter weiter kommentiert. Dem Dalai Lama wird vorgeworfen, keine Verantwortung für «unangemessenes Verhalten» zu übernehmen.

    Daila Lama
    Der Dalai Lama ist das geistliche Oberhaupt der Tibeter. Hier sitzt er auf einer Art Thron. - keystone

    Der Vorfall sei «verachtenswert», kommentiert jemand das Statement, dafür gebe es keine Entschuldigung. «Welcher Mann bittet ein Kind, an seiner Zunge zu lutschen, ausser einem sehr kranken?». Der Twitter-User sieht das Statement eher als ein Geständnis als etwas anderes.

    Andere Twitterer sehen im Video eine «offene Zurschaustellung von Machtmissbrauch». Es sei wohl bloss die Spitze des Eisbergs: «Wenn der Dalai Lama das vor laufenden Kameras macht, was tut er dann hinter verschlossenen Türen?», wird gefragt. Auch die Zuschauer, die beim Vorfall bloss lachen und ihn so herunterspielen, werden kritisiert.

    Er forderte einen Buben zum «Zungen lutschen» auf - Finden Sie das Verhalten des Dalai Lama unangemessen?

    Wäre auf dem Video nicht der buddhistische Geistliche, sondern ein gewöhnlicher Mann zu sehen, würde er vor Gericht gestellt werden. Wegen dieser auf Twitter geäusserten Mutmassung werden auch Konsequenzen für den Dalai Lama gefordert. Er solle sofort zurücktreten.

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