Nach dem verheerenden Feuer in einem Hochhaus in Japan vermutet die Polizei Brandstiftung. Die Ermittler verdächtigen einen Patienten einer psychiatrischen Klinik. Er soll auf Videoaufnahmen zu sehen sein.
Das Gebäude, in dem Freitag ein Feuer ausgebrochen war und viele Menschenleben forderte. Foto: Chisato Tanaka/AP/dpa
Das Gebäude, in dem Freitag ein Feuer ausgebrochen war und viele Menschenleben forderte. Foto: Chisato Tanaka/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Brandkatastrophe in einer Psychiatrieklinik im japanischen Osaka mit zwei Dutzend Toten war vermutlich die Tat eines Patienten.

Die Polizei ermittelt gegen einen 61-jährigen Japaner wegen des Verdachts auf versuchten Mord und Brandstiftung. Auf Aufnahmen einer Sicherheitskamera sei zu sehen, wie der Verdächtige sofort nach Ausbruch des Feuers den Zugang mit ausgebreiteten Armen versperrte, meldete der japanische Fernsehsender NHK am Sonntag unter Berufung auf Ermittlungskreise. Die Polizei vermute daher, dass der Mann die Opfer so an einer Flucht habe hindern wollen. Da der Mann bei dem Brand selbst schwer verletzt wurde und in kritischem Zustand im Krankenhaus liege, sei bislang kein Haftbefehl ausgestellt worden.

Bei dem Brand auf der vierten Etage eines Hochhauses der Millionen-Metropole waren am Freitag 24 Menschen - 10 Frauen und 14 Männer - ums Leben gekommen. Insgesamt waren 27 Opfer ins Krankenhaus gebracht worden, darunter auch der mutmassliche Brandstifter. Die Polizei habe seine Patientenkarte für die Klinik gefunden, hiess es.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hatte der Verdächtige im Eingangsbereich zum Wartezimmer der Klinik eine Papiertüte mit einer Flüssigkeit nahe eines Heizgerätes abgestellt. Dann habe er gegen sie getreten und die Flüssigkeit in Brand gesteckt, als sie auslief, berichteten japanische Medien. Dabei soll es sich um brennbares Öl oder Benzin gehandelt haben. Am Unglücksort hätten die Einsatzkräfte Spuren davon gefunden, hiess es. Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von rund 25 Quadratmetern aus, betroffen sei etwa ein Drittel der Klinik. Die Opfer im Alter von etwa 20 bis 70 Jahren könnten an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sein, hiess es.

Es war das schlimmste Feuer in Japan seit einem Brandanschlag 2019 auf ein berühmtes Anime-Filmstudio in der alten Kaiserstadt Kyoto mit 36 Toten. Am Wochenende inspizierten rund 20 Polizeibeamte und Feuerwehrleute den Unglücksort in einem achtgeschossigen Gebäude, das an einer belebten Strasse in Osaka liegt. Zudem untersuchten die Beamten die rund drei Kilometer vom Unglücksort entfernte Wohnung des mutmasslichen Brandstifters, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Dort hätten die Ermittler einen Brandfleck entdeckt, der nur eine halbe Stunde vor der Katastrophe entstanden sein könnte.

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